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Das Hori Gaming Neckset: Coole Idee, aber die Umsetzung lässt zu wünschen übrig

Audio- und Voice-Chat spielen in der heutigen Gaming-Welt eine entscheidende Rolle. Ein intensives Spiel kann durch die Qualität des Sounds und der Kommunikationsmöglichkeiten, die es bietet, entscheidend beeinflusst werden. Doch was, wenn man nicht den typischen, oft sperrigen Over-Ear-Kopfhörer tragen möchte? Hier kommt das Hori Neckset ins Spiel. Es verspricht, die Lücke zwischen Komfort und Audioqualität zu schliessen. Doch hält es auch, was es verspricht? Wir haben das Hori 3D Surround Gaming Neckset für dich getestet.

Kantig mit unschönen Ecken

Die Idee eines Headsets, das um den Hals getragen wird, finde ich genial.

Im Vergleich zu anderen Technikprodukten, bei denen man ein richtiges Auspackerlebnis hat, war das Neckset viel nüchterner und strenger. Allerdings macht das Produkt an sich keineswegs einen schlechten Eindruck. Wenn man es in der Hand hält, fühlt sich das Neckset an wie ein Videospiel-Controller.

(Alle Bilder in diesem Beitrag: Jan Herter / Competec)

Das Äussere besteht aus hartem, starrem Kunststoff und in der Mitte, wo die beiden Seiten verbunden sind, besteht es aus einem etwas flexibleren Material.

Beim Bewegen der beiden Teile gibt das flexible Verbindungsstück nicht stark nach und springt sofort wieder in die ursprüngliche Form zurück. Auf beiden Seiten dieser Verbindungspunkte befindet sich etwas, das wie eine Silikonhülle aussieht und sich auch so anfühlt. Diese kann man abziehen, um die Stelle freizulegen, an der das leicht flexible Teil mit der eigentlichen Lautsprechereinheit verbunden ist. Diese Silikonhülse soll wahrscheinlich verhindern, dass das Neckset verrutscht, wenn es auf den Schultern liegt, und das tut es auch, und sie verdeckt auch diesen eher unattraktiven Anschlusspunkt.

Während des Tragens befindet sich auf der linken Seite eine grosse Stummschalttaste an der Aussenseite, die perfekt platziert ist und sich leicht mit dem linken Daumen betätigen lässt. Wenn das Mikrofon stummgeschaltet ist, leuchtet ein orangefarbenes Licht in einem spitzen Bereich direkt über dieser Taste auf, in dem sich auch das Mikrofon befindet. Es ist zwar ein guter Indikator dafür, dass das Mikrofon ausgeschaltet ist, wenn man es nicht am Hals trägt. Leider ist das Licht nicht sichtbar, wenn man das Neckset aufhat, was die Benutzerfreundlichkeit erheblich einschränkt. Es ist auch nicht sehr hell.

Auf der linken Seite befinden sich ausserdem der USB-C-Ladeanschluss, der Kopfhörereingang, der Netzschalter und der Modus Schalter (das Headset unterstützt zwei Audiomodi: FPS-Modus und BassBoost-Modus). Auf der anderen, der rechten Seite des Halses befindet sich die federgespannte Lautstärkewippe. Diese Wippe kann auch wie ein normaler Knopf gedrückt werden, aber das scheint nichts zu bewirken. Nach einem kurzen Blick in die Bedienungsanleitung habe ich herausgefunden, dass diese Funktion gar nicht erwähnt wird.

Aus der Sicht des Designs finde ich das Neckset leicht zu kantig. Es sieht zwar "aggressiver" und vielleicht mehr "gamerhaft" aus als die Konkurrenz von Sony, aber es hat so einen Touch von Unfertigkeit, als wäre das Rohmodell ohne Feinschliff in die Produktion gegangen. Aber Design ist ja bekanntlich Ansichtssache. Vielleicht denkt ihr euch jetzt, mit eckigen Kanten kann es doch nicht bequem sein, aber dies ist nicht der Fall. Es ist sehr leicht und liegt superbequem auf den Schultern des Anwenders, aber darauf komme ich später noch einmal zu sprechen.

Fast gelungen

Das Neckset von Hori ist in der Einrichtung und Benutzerfreundlichkeit super. Dies ist vielleicht sein grösster Vorteil. Das Ding ist kinderleicht zu bedienen. Alles, was einen Kopfhöreranschluss hat, ist mit dem Neckset kompatibel. Es verhält sich wie jedes andere kabelgebundene Headset und kann an einen Konsolen-Controller oder die Kopfhörerbuchse eines Computers angeschlossen werden. Nach dem Einstecken drückst du den Einschaltknopf und es ist sofort betriebsbereit. Es kann manuell ausgeschaltet werden, indem man die Einschalttaste drei Sekunden lang gedrückt hält. Wenn es 30 Minuten lang nicht benutzt wird, schaltet es sich automatisch aus.

Der Kopfhörer hat zwei Modi: Bass Boost und FPS-Modus. Ich werde im folgenden Abschnitt näher auf die beiden Modi eingehen, aber sie sind leicht umzuschalten und klingen deutlich unterschiedlich. Allerdings zeigt das Headset nicht an, welchen Modus man gerade verwendet, so dass man möglicherweise zwischen den beiden Modi wechseln muss, um herauszufinden, welcher in einem bestimmten Anwendungsfall am besten klingt. Dies kann etwas mühsam sein.

Die Akkulaufzeit beträgt 10 Stunden, was für ein kabelgebundenes Headset nicht sonderlich lang ist. Ausserdem verfügt es nicht über einen Schnelllademodus, d. h., wenn der Akku leer ist, muss man drei Stunden warten, bis er wieder vollgeladen ist. Ihr könnt das Headset aber auch während des Spielens laden.

«Wo ist der Gegner…?» - Die Audio

Ich will ehrlich sein: die Kopfhörer klingen nicht wirklich gut. Ich denke, Hori gibt sich bei diesem Preis wirklich Mühe, aber die Tonqualität ist niedrig. Es gibt praktisch keinen Tiefton, selbst im "Bass Boost"-Modus. Ein Mangel an Low-end kann dazu führen, dass die Musik oder der Gamesound flach oder unausgewogen klingt, insbesondere wenn viele tiefe Frequenzen vorhanden sind. Die Höhen sind rau, scharf und unangenehm, und die Mitten sind schwach. Es ist ein sehr unausgewogenes Hörerlebnis.

Wenn ich mich zwischen den beiden Modi entscheiden müsste, würde ich den Bass Boost nehmen, aber nur weil der FPS-Modus wirklich schrecklich ist. Er schafft es, noch mehr Tiefe und mittlere Frequenzen abzuziehen, wodurch die Audioqualität sehr rau und unschön wird. Stell dir vor, du hättest einen Laptop-Lautsprecher der mittleren bis unteren Leistungsklasse und würdest ihn dir in den Nacken hängen.

Die beiden Treiber leisten auch einen nicht sehr überzeugenden Job, wenn es darum geht, mir Surround-Sound zu bieten. Ich bin zwar von Sound "umgeben", aber das Neckset ist nicht in der Lage, mir zu sagen, woher der Sound kommt, ausser vage links oder wage rechts. Wenn Hori eine Art digitales vorne und hinten anstrebte, kam das bei mir nicht an. Beim Versuch, den Sound in verschiedenen Spielen zu verfolgen, war ich zum Teil etwas verloren, weil das Neckset nicht in der Lage war, mir präzise zu sagen, woher der Ton kommt.

«Hört ihr mich…?» - Das Mikrofon

Das Mikrofon des Hori 3D Nackensets ist brauchbar, aber es ist kein gutes Hörerlebnis für die Gegenseite. Meine Freunde beschrieben meine Stimme so, als ob wir uns in einem sehr grossen gekachelten Badezimmer befänden und ich mit ihnen von der gegenüberliegenden Seite aus sprechen würde. Ich klang echoartig, weit weg und meine Worte waren teilweise schwer zu verstehen.

Meiner Meinung nach hat das Neckset die beiden Audioquellen des Videospiels, das ich spielte, nicht gut dosiert. Bei jeder Lautstärke wurde es sehr verworren und es war schwierig zu verstehen, was meine Freunde sagten.

Leider ist das Neckset kein gutes Audiogerät für Gruppengespräche, weder für mich selbst noch für meine Freunde.

Um den Hals statt auf den Ohren

Persönlich finde ich das Tragen des Neckset sehr bequem. Es liegt leicht auf den Schultern und kann problemlos für längere Zeit getragen werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kopfhörern ist es meiner Meinung nach bequemer. Einzig: Es kann eine Druckstelle auf dem Schlüsselbein geben. Die bereits erwähnten harten Kanten der Kunststoffkonstruktion liegen direkt auf meinem Schlüsselbein. Allerdings habe ich noch mit ein paar Brillenträgern gesprochen und die meisten haben das Problem, dass normale Headsets oftmals früher oder später die Brille unangenehm an den Kopf drücken. Dies kann schon einmal weh tun. Da das Neckset nicht auf den Ohren liegt, kann das für Brillenträger einen grossen Vorteil bedeuten.

Aber darüber hinaus empfand ich die Audioqualität als eher hinderlich oder störend. Es macht einfach keinen Spass, das Neckset zu benutzen. Auch weil es schwierig war, während des Spiels mit meinen Freunden zu kommunizieren. Allerdings war es weniger ein Problem im Homeoffice, da fand ich es eigentlich noch ganz praktisch, auch weil es so einfach zu bedienen ist. Die Stimmen meiner Mitarbeiter waren auch klarer und einfacher zu verstehen als die meiner Freunde beim Zocken. Ich muss noch sagen, dass ich die Rückmeldung erhalten habe, dass teilweise die Mitarbeiter Ihre eigene Stimme gehört haben und wie ich auch schon zuvor erwähnt habe, klang ich echoartig.

Fazit

Wenn du Probleme mit dem Tragen von Kopfhörern hast und dir der Tragekomfort wichtig ist und du bei der Soundqualität Einbusse machen kannst, dann kann das Neckset eine gute Alternative für dich sein. Für Gaming ist es leider nicht wirklich geeignet, dafür kann es im Homeoffice sehr praktisch sein.

Das Hori 3D Surround Neckset ist, finde ich, eine Innovative Herangehensweise an verschiedenste Probleme des herkömmlichen Headsets. Ich denke, wenn Hori noch etwas daran arbeitet, kann und wird es ein super Produkt sein, das als gute Alternative zu einem Headset gelten wird. Allerdings ist es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ganz ausgereift.

Hol dir das Hori Neckset

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Auszubildende von BRACK.CH

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    Das Hori Gaming Neckset: Coole Idee, aber die Umsetzung lässt zu wünschen übrig

    Audio- und Voice-Chat spielen in der heutigen Gaming-Welt eine entscheidende Rolle. Ein intensives Spiel kann durch die Qualität des Sounds und der Kommunikationsmöglichkeiten, die es bietet, entscheidend beeinflusst werden. Doch was, wenn man nicht den typischen, oft sperrigen Over-Ear-Kopfhörer tragen möchte? Hier kommt das Hori Neckset ins Spiel. Es verspricht, die Lücke zwischen Komfort und Audioqualität zu schliessen. Doch hält es auch, was es verspricht? Wir haben das Hori 3D Surround Gaming Neckset für dich getestet.

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