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Wie komme ich als DJ an Auftritte?

Die Musikbibliothek ist aufgebaut und sortiert, das DJ-Equipment steht im Keller bereit – was fehlt? Richtig, du brauchst Kundschaft. Heutzutage ist es einfacher denn je, dir eine Onlinepräsenz aufzubauen, damit potenzielle Kunden dich finden und buchen können. In diesem Artikel gebe ich dir einige Tipps an die Hand, wie du deinen ersten Gig landest.

Einige dieser Tipps kannst du gratis umsetzen, manche kosten etwas Geld, wie etwa Werbung oder das Hosten einer Webseite. Bevor du loslegst, solltest du dir jedoch eine ganz zentrale Frage stellen bzw. beantworten:

Welche Gage kann ich als Anfänger-DJ verlangen?

Die frustrierende, aber ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Als Club-DJ ist deine Gage grundsätzlich deutlich niedriger, als wenn du bei Hochzeiten und Events auflegst. Denn im Club spielst du in der Regel kürzer und benötigst viel weniger Equipment als ein Hochzeits-DJ.

Wenn du ganz am Anfang deiner DJ-Karriere stehst, kannst du keine oder nur sehr geringe Erfahrung vorweisen. Das heisst: Dein Preis liegt weit unter dem, was Profis verlangen. Ihre Gagen in Clubs liegen zwischen 400 und 900 Franken (nach oben praktisch offen bei entsprechendem Bekanntheitsgrad) und an Hochzeiten zwischen 1'200 und etwa 2'500 Franken.

Als Anfänger*in sollte deine Gage merklich unter diesen Beträgen liegen. Gleichzeitig ist es nicht empfehlenswert, dich zu günstig verkaufen oder gar gratis aufzulegen. Selbst mit wenig Erfahrung bist du eine zentrale Person an einer Party oder einem Event, du bringst Equipment mit und setzt deine Zeit ein – Das muss entsprechend honoriert werden.

Selbstverständlich ist die Gage nicht in Stein gemeisselt. Mit zunehmender Erfahrung solltest du sie entsprechend erhöhen.

Quelle: Adobe Stock, Ljupco Smorkovski

Zeige deinen Wert auf

Unabhängig davon, welche Gage du verlangst, ist es wichtig, dass du aufzeigen kannst, dass du diesen Betrag wert bist. Denn vielen Leuten ist gar nicht bewusst, welcher Aufwand hinter dem DJing steht. Sie haben das Gefühl, ein DJ schliesse einfach einen Laptop an eine 100-Franken-Musikbox an und klicke bei Spotify auf Shuffle. In deiner Offerte solltest du darum detailliert auflisten, was zu deinem Angebot gehört, zum Beispiel:

  • Wie viele Stunden legst du auf?
  • Welche Ausrüstung bringst du mit?
  • Bringst du Ersatzgeräte mit, falls etwas ausfallen sollte?
  • Bietest du ein persönliches Vorgespräch an? (Ein solches ist sehr zu empfehlen.)
  • Erfüllst du Extrawünsche des Kunden, die über das Grundangebot hinausgehen (z.B. Moderation oder zusätzliches Equipment)?
  • Wie lange ist deine An- und Rückfahrt?

Verkaufe dich nicht unter Wert! Wenn der Kunde nach einem niedrigeren Preis fragt, weise ihn neben den obigen Punkten auch auf die «versteckten» Kosten hin, die du tragen musst:

  • Anschaffung der Musik
  • Steuern und Versicherungen
  • Auto / Unterhalt
  • Marketing / Webseite

Unternehmensprofil bei Google

Google entscheidet über deinen Erfolg oder Misserfolg als DJ. Okay, das ist etwas überspritzt ausgedrückt. Aber Fakt ist: Die allermeisten Leute, die einen DJ suchen, finden ihn über die grosse Suchmaschine. Dementsprechend solltest du hier eine Präsenz aufbauen. Das geht unter anderem mit dem so genannten «Unternehmensprofil» und ist kostenlos.

Das Unternehmensprofil ist das Banner, das meistens rechts angezeigt wird, wenn du nach einem Firmennamen suchst. Darin kannst du deine Webseite, Kontaktinformationen, Fotos/Videos, Adresse und vieles weitere angeben, das potenzielle Kunden zu dir bringen könnte.

Das Unternehmensprofil von BRACK.CH, Quelle: Screenshot

Und ganz wichtig: Nur mit einem Unternehmensprofil wirst du auch auf Google Maps angezeigt. Bei der Wahl des DJs spielt die Distanz eine gewisse Rolle für den Kunden, da ein weiter Anfahrtsweg meistens auch eine höhere Gage bedeutet. Daher suchen viele bevorzugt mit der Maps-Suche nach einem DJ in ihrer Region.

Eine weitere zentrale Funktion des Unternehmensprofils sind die Rezensionen. Jede*r, der schonmal online etwas gekauft oder z.B. ein Restaurant ausgesucht hat, weiss, dass die Bewertungen für die Kaufentscheidung ausschlaggebend sein können. Ganz am Anfang hast du den Nachteil, dass du noch keine Rezensionen hast. Dementsprechend solltest du nach jedem erfolgreichen Auftritt den Kunden freundlich um eine Rezension bitten, idealerweise mit einem Kommentar und nicht «nur» mit den Sternen. Warte nicht darauf, dass die Leute von sich aus eine Rezension abgeben!

Deine eigene Webseite

Deine Homepage ist neben deiner Social-Media-Präsenz der Dreh- und Angelpunkt deines Onlineauftritts, weshalb du möglichst rasch eine aufbauen solltest. Nie war es leichter als heute, eine Webseite ins Netz zu stellen: Du brauchst weder Kenntnisse in HTML noch in Webdesign – dank einfach zu bedienender Baukasten-Systeme und Designvorlagen kann nichts schief gehen.

Webhosting-Anbieter

Es gibt zahlreiche Anbieter, bei denen du deine Webseite gestalten und hosten kannst, darunter Wix, Jimdo und Hostpoint. Bei Wix und Jimdo kannst du gratis eine Webseite einrichten und hosten. Dann hast du einen begrenzten Funktionsumfang, es wird Werbung des Anbieters angezeigt und du hast keine eigene Domain (die URL endet immer auf wixsite.com bzw. jimdosite.com). Die Gratisangebote sind attraktiv, um die beiden Anbieter auszuprobieren und dich mit deren Backends vertraut zu machen.

Wenn du dich für einen Anbieter entschieden hast, ist es definitiv empfehlenswert, eines der kostenpflichtigen Pakete auszuwählen. Die Webseite wirkt deutlich professioneller und vertrauenswürdiger, wenn sie ohne Werbung daherkommt, und du erhältst zahlreiche Funktionen wie mehr Speicherplatz, E-Mail-Postfach, SEO-Einstellungen, persönlicher Support etc.

Kennst du dich bereits mit WordPress aus und möchtest damit arbeiten? Dann ist Hostpoint besonders empfehlenswert. Die Schweizer Firma bietet eine komplette Integration des beliebten CMS (Content Management System), hat jedoch auch ein eigenes Backend, wie die anderen Anbieter. Alle Server von Hostpoint befinden sich in der Schweiz.

Webseitenbearbeitung mit WordPress, Quelle: Screenshot

Preislich liegen die genannten Anbieter zwischen 8.50 Euro und 19 Franken monatlich. Für deine Zwecke als DJ-Webseite reicht das jeweils günstigste Paket aus – du brauchst weder mehrere Gigabyte Speicherplatz noch unzählige Unterseiten oder Shop- und Bezahlfunktionen.

Tipps für die Gestaltung der DJ-Webseite

Du bist völlig frei in der Gestaltung deiner DJ-Webseite. Sei kreativ und lass dich nicht zu sehr einschüchtern von den vielen Möglichkeiten.

Eine gute Inspirationsquelle sind die Webseiten anderer DJs, die schon lange im Geschäft sind und ihren Onlineauftritt laufend optimiert haben. Vermeide jedoch unbedingt, Textpassagen oder gar Bilder zu übernehmen. Erstens sind diese Inhalte urheberrechtlich geschützt und zweitens sollte sich deine Webseite von denen anderer DJs abheben.

Je mehr dieser Webseiten du dir ansiehst, desto mehr fällt dir auf, dass sich die meisten recht ähnlich sind. Überleg dir also, wie deine Homepage bei potentiellen Kunden im Gedächtnis bleibt. Halte die Texte individuell, kurz und verständlich (keine «Mauer» aus Text) und verzichte auf Standard-Floskeln wie «Leidenschaft». Folgende Punkte sollten vorkommen:

  • Was bietest du an (Club-DJ oder Hochzeiten/Events, mit oder ohne Equipment etc.)?
  • Mit welchem Preis muss der Kunde ungefähr rechnen?
  • Fotos und Bewertungen vergangener Auftritte (sobald vorhanden)
  • Kontaktformular
  • Dein Hintergrund (Wie bist du zum DJing gekommen, wie lange machst du es schon etc.)

Der dritte Tipp lautet: Mach es dem Kunden so einfach wie möglich! Zentrale Informationen wie etwa der Preis oder das Kontaktformular sollten klar ersichtlich und nicht auf sieben Unterseiten versteckt sein. Erstelle so wenige Unterseiten wie möglich, denn bei jedem zusätzlichen Klick, den man machen muss, um zum «Ziel» zu kommen, verlierst du User*innen auf deiner Seite.

Eine Webseite braucht natürlich schöne Bilder, die du zu Beginn vermutlich noch nicht hast. Wie du sicher weisst, darfst du nicht einfach Fotos, die du bei Google findest, auf deiner Webseite verwenden. Deshalb gibt es Anbieter von kostenlosen Bildern, die von ihren Urheber*innen explizit zur Verfügung gestellt werden. Dazu gehören Unsplash, Pexels und Pixabay. Bilder von diesen Plattformen kannst du bedenkenlos auf deiner Homepage einsetzen.

Was ebenfalls sehr gut ankommt, ist ein persönlicher, vorgefertigter Musik-Mix, den man sich auf der Webseite direkt anhören kann. Der sagt zwar eigentlich äusserst wenig aus, denn die Musikauswahl ist ja an jedem Event individuell. Doch ich bekomme von mehr als der Hälfte meiner Kunden die Rückmeldung, dass sie reinhören und der Mix ihnen gefällt.

Deinen eigenen Mix kannst du in den meisten DJ-Programmen direkt am Computer machen, ohne zusätzliche Geräte – ausser einem Controller, den du sowieso haben solltest. Um herauszufinden, wie das geht, google einfach den Namen deines Programms zusammen mit «Aufnahme» oder «recording».

Quelle: Adobe Stock, Nomad_Soul

Für die Publikation und Einbettung eignet sich Mixcloud. Das ist eine kostenlose Plattform und so ziemlich der einzige Ort, wo du keine Probleme wegen Urheberrechten bei der Musik bekommst. Auf den meisten anderen Plattformen wie etwa YouTube oder SoundCloud wird dein Mix gesperrt, wenn du ohne Erlaubnis Copyright-geschützte Musik verwendest. Mixcloud hingegen verfügt über Abmachungen mit allen grossen Musiklabels, sodass du dort völlig legal und kostenlos deinen Mix hochladen kannst. Jedes Mal, wenn dein Mix angehört wird, erhalten die Labels und Urheber*innen einen kleinen Geldbetrag. Finanziert wird das von Usern, die ein Pro-Abo haben, vergleichbar mit Spotify.

Zu guter Letzt: Schütze dein Kontaktformular mit einer Captcha-Abfrage. Das sind diese «Ich bin kein Roboter»-Kästchen und die Bilderrätsel («klicke auf alle Bilder, die Ampeln zeigen»), die du bestimmt kennst. Die verhindern, dass Spambots dein Formular ausfüllen.

Werbung und Social Media

Auf deiner frisch angelegten Webseite wirst du zu Beginn wahrscheinlich noch nicht viele Besucher*innen haben, von Anfragen ganz zu schweigen. Der Grund: In der Google-Suche konkurrierst du mit zahlreichen anderen DJ-Webseiten, die schon lange existieren, viele Besucher und Rezensionen haben und unter Umständen auch für Google optimiert wurden (Stichwort SEO).

Um an deine ersten Aufträge zu kommen, kann es sich daher lohnen, die Werbetrommel zu rühren. Die erste Anlaufstelle dafür ist Google Ads. Auch Meta (Facebook und Instagram) sowie TikTok bieten sich an. Die Registration bei all diesen Anbietern ist kostenlos. Erst, wenn du effektiv Werbung schaltest, musst du etwas bezahlen. Mit einem Budget von 100 – 200 Franken erreichst du schon viele tausend Leute. Wichtig ist, dass du die Zielgruppe richtig einschränkst: bezüglich Geografie, Alter und Interessen.

Auf den Social Media Plattformen kannst du neben der Werbung auch kostenlos auf dich aufmerksam machen. Lege ein Profil für dich als DJ an, poste schöne Momente aus deinem DJ-Leben, volle Dancefloors oder neues Equipment und vernetze dich mit anderen DJs und DJ-Gruppen.

Zu einem Werbe-Repertoire gehören auch Visitenkarten, die du immer zur Hand haben solltest. Bei Anbietern wie Vistaprint kannst du auf hunderte Designvorlagen zurückgreifen, falls Grafikdesign nicht deine Stärke sein sollte. Wenn du ein individuelles Design möchtest, bieten sich Plattformen wie fiverr.com an. Hier kannst du einen «Auftrag» mit deinen Vorgaben erfassen und Freelance-Designer*innen aus der ganzen Welt bewerben sich darum. Suche einen davon aus und erarbeite mit ihm oder ihr zusammen deine Visitenkarte. Die Kosten für ein solches Design bewegen sich zwischen fünf und 25 Franken.

Falls du mit deinem Brand noch etwas auffälliger auftreten möchtest, kannst du auch in Betracht ziehen, dein Auto, mit dem du zu den Auftritten fährst, folieren oder bekleben zu lassen. Dabei sind die Optionen beinahe unbegrenzt: Vom einfachen Aufkleber mit Webseite und Logo hin zu einer kompletten Folierung. Dies ist mit etwas höheren Kosten verbunden, unterstreicht allerdings deine Ernsthaftigkeit als DJ und wirkt sehr professionell. Auch hier kannst du dir fürs Design Hilfe bei fiverr oder ähnlichen Plattformen holen.

Auto-Folierung im DJ-Trimm, Quelle: Competec AG

Netzwerk

Auch im DJ-Business gilt: Connections sind das A und O. Sie können dir Möglichkeiten eröffnen, die du sonst nicht hättest oder für die du erst jahrelang arbeiten müsstest. Einige meiner ersten Auftritte habe ich über DJ-Kollegen erhalten. Und auch heute geben sie mir immer mal wieder Aufträge weiter, die sie aus terminlichen Gründen nicht selbst übernehmen können. Und das gilt im umgekehrten Fall natürlich auch. Das ist insbesondere auch im Hinblick auf den Ausfallschutz wichtig: Wenn du kurz vor einem Event schwer krank wirst oder einen Unfall hast, kannst du unter Umständen kurzfristig einen DJ-Kollegen «aktivieren», der für dich übernehmen kann.

Diese DJs habe ich via Facebook kennengelernt, oder indem ich sie über ihre Webseiten angeschrieben und gefragt habe, ob sie Lust hätten, einem Neuling einige Fragen zu beantworten. Aus dem Austausch von Wissen, Aufträgen und Equipment sind bleibende Beziehungen entstanden, die Gold wert sind.

Eine weitere gute Möglichkeit zum Netzwerken sind DJ-Vereine oder -Gruppen. Dort ist der eben erwähnte Austausch noch intensiver, weil mehrere Leute beteiligt sind. Mit Google findest du schnell raus, ob es in deiner Region einen Verein gibt, der Mitglieder sucht. Ich persönlich bin bei der Soulfoundation dabei, einem DJ-Verein in der Zentralschweiz.

Natürlich solltest du auch dein persönliches Umfeld nicht vergessen: Lass deine Freunde, Familie und Arbeitskollegen wissen, dass man dich buchen kann!

Üben, üben, üben

Hast du deine sprichwörtlichen «Netze» mit den obigen Tipps ausgeworfen, denke daran, fleissig zuhause das Auflegen zu üben. Verbringe viele Stunden am Controller, verfeinere Übergänge und erweitere deine Musikbibliothek. Baue dein Equipment mehrmals auf und ab, damit du das praktisch mit verbundenen Augen beherrschst. Neben dem Können an sich bringt dir diese Übung auch die notwendige Selbstsicherheit. So bleibt das Lampenfieber vor den ersten Auftritten auf einem Minimum.

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Dominik Perrenoud

Redaktor

Let the Beat Hit 'em! Als passionierter Hochzeits-DJ interessiere ich mich für alles, was Musik wiedergibt. Auch privat höre ich praktisch ununterbrochen Musik, sodass in der Wohnung der eine oder andere Lautsprecher herumsteht – von ganz klein bis ganz gross. Daneben schätze ich Filme und Games im Heimkino, geniesse einen guten Whisky (natürlich mit der passenden Musik im Hintergrund) und kurve mit meinem 20-jährigen Cabrio durch den Schwarzwald.

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