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Entwickler/in digitales Business EFZ: Ein neuer Beruf entsteht

Bald gibt es schweizweit einen neuen IT-Beruf «Entwickler*in digitales Business EFZ» und eine Berufsausbildung dazu. Auch BRACK.CH bietet aufs Schuljahr mit Start im Sommer 2023 eine entsprechende Lehrstelle an. Doch was können wir uns unter diesem Berufsbild vorstellen und für wen ist das spannend? Wir haben mit unserem Bildungsverantwortlichen Ruedi Geissmann gesprochen.

Der Verband ICT-Berufsbildung Schweiz treibt zusammen mit Vertreter*innen aus Bildungswesen und Wirtschaft die Entstehung eines neuen Berufsbilds voran. «Entwickler*innen digitales Business» agieren an der Schnittstelle von Mensch, Wirtschaft und Technik. Sie unterstützen gemäss dem entsprechenden die digitale Entwicklung, Transformation und Innovation von Unternehmen oder Geschäftsbereichen. Sie analysieren Fragestellungen im digitalen Geschäftsalltag und optimieren Prozesse sowie Produkte. Zur Optimierung von Abläufen sowie zur Ergänzung von Geschäftsmodellen werten sie Daten aus. Ausserdem begleiten sie Projekte und übernehmen die Kommunikation zwischen Fachleuten, Entscheidungstragenden und anderen Anspruchsgruppen. Nach der vierjährigen Lehre erlangen Absolvierende ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis.

Interview mit Ruedi Geissmann

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verantwortlich für die Berufsbildung bei BRACK.CH: Ruedi Geissmann

dre: Du hast bei der Entwicklung des neuen Berufsbilds anfänglich mitgewirkt. Wieso ist dir dieser Beruf wichtig? Was für eine Lücke füllt er aus?

rug: Bis jetzt haben wir mehr oder weniger immer Personen mit Erfahrung aus den verschiedensten Geschäftsprozessen und Branchen gesucht – schliesslich gibt es noch nicht so lange Ausbildungen spezifisch für den E-Commerce respektive das E-Business. Auch für diese Schnittstellenfunktion hat es bislang keine Ausbildung gegeben. Wir sind davon überzeugt, dass der Bedarf nach Leuten wächst, die sowohl verstehen, was für den Geschäftserfolg wichtig ist, als auch, was für die ICT-Entwicklung erforderlich ist, und die zwischen beiden vermitteln und komplexe Digitalisierungsprojekte begleiten können. Die Tätigkeiten für dieses neue Berufsbild sind branchen- oder auch bereichsübergreifend nützlich und eröffnen Entwickler*innen digitales Business mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis ein breites Spektrum beruflicher Möglichkeiten und Weiterbildungen.

An der Preisverleihung zum diesjährigen «Digital Commerce Award» anfangs Juni hat Roland Brack den Thomas-Lang-Gedenkpreis erhalten (wir berichteten). Das Preisgeld würde er gern in die Förderung dieses neuen Berufsbilds investieren. Was hat das bei dir ausgelöst? 

Wir setzen seit jeher auf die Förderung und Unterstützung junger Talente, sei es im Sport oder beruflich. Umso mehr freut es mich und bin ich dafür dankbar, dass unser Gründer auf unsere Jugend setzt! Gerne möchte ich seinem Wunsch nachkommen und mich dafür engagieren, das neue Berufsbild bekannt und beliebt zu machen – bei Schüler*innen, Eltern, Lehrkräften und Ausbildungsbetrieben.

Hat BRACK.CH auch Bedarf nach solchen Berufsleuten? 

Ja! Zukünftig möchten wir diese Aufgaben Lernenden anvertrauen und sie in diesen anspruchsvollen Leistungszielen ausbilden. Deshalb haben wir aufs Schuljahr mit Beginn im August 2023 eine entsprechende Lehrstelle ausgeschrieben.

Was wären denn typische Tätigkeiten bei uns im Betrieb? Wie können sich Interessierte einen typischen Arbeitstag von Digital-Business-Entwickler*innen vorstellen?

Es geht primär darum, als Schnittstelle zwischen IT-Entwicklung und Geschäftsbereichen zu fungieren und die Bedürfnisse und Perspektive der einen Seite der jeweils anderen Seite näherzubringen. In dieser Lehre lernen die Kandidat*innen, sich in beiden Welten zu bewegen und ein besseres Verständnis zu schaffen – quasi wie Dolmetscher*innen im übertragenen Sinn, denn Vertreter*innen aus dem Business und solche aus der ICT-Entwicklung sprechen oft nicht dieselbe Sprache, auch wenn beide zum Beispiel Deutsch sprechen. Datenaufbereitungen und die Analyse dieser Daten nehmen ebenfalls einen grossen Platz ein. Das Berufsbild ist nicht auf eine spezielle Branche zugeschnitten – solche Fachleute sind überall gefragt. Bei einem Lehrbetrieb wie BRACK.CH als Onlinehändler könnte das zum Beispiel das Auswerten von Trafficdaten in der IT zur Einschätzung des Erfolgs von Marketingmassnahmen umfassen, oder für den Kundendienst Daten zu Kundenbestellungen analysieren, oder aufgrund von Datenerhebungen interne Prozesse effizienter zu machen, und, und, und ...

Das klingt anspruchsvoll. Wer soll sich auf so eine Lehrstelle bewerben? Wonach suchen wir?

Mit diesem Beruf werden Leute happy, die Freude an digitalen Werkzeugen und Produkten, an Daten und Zahlen haben. Analytische und organisatorische Fähigkeiten sind gefragt, und sie sollten Freude daran haben, mit anderen Menschen zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten. Ein Flair für Französisch und Englisch ist von Vorteil. Ebenso von Vorteil ist, wenn sie sich für Wirtschaft und Technik interessieren. Bewerbende, die sich für diesen tatsächlich anspruchsvollen Beruf interessieren, sollten zudem einen Sek-A- oder einen sehr guten Sek-B-Abschluss mitbringen.

Und, anders herum gefragt: Warum sollen sich Interessierte ausgerechnet bei BRACK.CH bewerben?

Weil wir eine abwechslungsreiche, mehrfach preisgekrönte Ausbildung und durch unsere Lernbegleiter*innen eine tolle Unterstützung bieten. Auf unserem Lernenden-Marktplatz können Lernende ihr Programm, welche Projekte sie in welcher Abteilung übernehmen möchten, in Abstimmung mit den Lernzielen teilweise selbst zusammenstellen. Ausserdem bieten wir in Gestalt des Projekts Lernenden-Kategorie die Möglichkeit, selbst Verantwortung für eine Warengruppe zu übernehmen – vom Einkauf bis zur Vermarktung über interne und externe Kanäle.

Und zum Schluss: Wo können sich Interessierte bewerben?

Am besten direkt über unser Onlinetool oder alternativ übers nationale Berufsbildungsnetzwerk gateway.one. Wir haben die Lehrstelle – wie übrigens die anderen offenen Lehrstellen auch – seit Juli online und möchten uns nach den Sommerferien die eingegangenen Dossiers anschauen.

Vielen Dank Ruedi fürs Gespräch – und viel Erfolg mit dem Besetzen dieser Lehrstelle!

Nützliche Infos

  • Alle weiteren Informationen zum Berufsbild, Ausbildungsplan und Qualifikationsprofil gibt's beim Verband ICT-Berufsbildung Schweiz oder bei ICT-Berufsbildung Aargau.
  • Wir sind ein mehrfach preisgekrönter Lehrbetrieb und Partner des ICT Scouts/Campus Lenzburg. Ende Juni haben 14 Lernende bei uns ihre Berufsbildung erfolgreich abgeschlossen. Aktuell bilden wir 61 Lernende in zehn verschiedenen Berufsbildern aus. Ab dem 1. August werden es 76 Lernende in 11 Berufen sein. Fürs Schuljahr 2023/24 haben wir noch etliche freie Lehrstellen. Ihr findet sie auf unserer von Lernenden unterhaltenen Bildungsplattform Stiftipedia.ch.
  • Ein anderer Lehrbetrieb, der diese neue Ausbildung zur Entwickler/in Digitales Business EFZ anbietet, die Swisscom, hat dem neuen Beruf eine hörenswerte Podcast-Folge gewidmet.
  • Auch die Boulevardzeitung «Blick» hat über den neuen Beruf geschrieben.
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News-Jäger und -Sammler | Seit 2006 arbeite ich bei BRACK.CH. Zuerst habe ich Produkte für den Online-Shop beschrieben, jetzt verfasse ich Medienmitteilungen, gebe Statements ab und betreue in erster Linie Journalist*innen. Privat blogge ich seit 2004. Ich stehe auf Gadgets, Games, Fernsehen und Pasta.

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