Fünf Dinge über 5G, die Du wissen solltest

Der Mobilfunkstandard 5G ist schnell. Sehr schnell. In Zukunft noch schneller. Und wird öffentlich diskutiert. Wir erklären in 5 Punkten, für wen 5G spannend ist und warum.

Gemäss dem Telekommunikationsverband asut (Medienmitteilung vom 27. Mai 2021 als PDF) nutzen bereits über eine Million Menschen in der Schweiz ein 5G-fähiges Endgerät – und bereits über vier Millionen haben ein Mobilfunkabonnement, das 5G, also die fünfte Generation der Mobilfunktechnologie, unterstützt. Die Frage lautet also längst nicht mehr «Wann kommt 5G?». 5G ist schon lange angekommen. Doch: Der Teufel steckt auch bei 5G im Detail.

1. Was bringt mir 5G?

Die fünfte Generation des Mobilfunks bringt Konsumentinnen und Konsumenten vor allem mehr Speed. Aber das ist noch nicht alles ...

Geschwindigkeit

5G bringt mehr Geschwindigkeit als 4G für Surfen, Streaming und Herunterladen. Das macht natürlich auch das mobile Arbeiten über VPN etwas komfortabler. Im Vollausbau, d.h. wenn die Antenneninfrastruktur voll ausgebaut ist, sollen bis zu 10 Gbps downstream möglich sein – das ist vergleichbar schnell wie, teilweise sogar schneller als stationäre Internet-Abos via DSL, TV-Kabel oder Glasfaser.

Kapazität

Auf einem 5G-Netz können mehr Geräte mehr Daten in derselben Zeit übertragen. Das ist zum Beispiel wichtig fürs «Internet of Things», wenn immer mehr smarte Geräte und Sensoren Daten in die Cloud übertragen.

Reaktionszeit

Die Reaktionszeit beträgt im Vergleich zu 4G nur wenige Millisekunden. Das ist für künftige Anwendungen wie autonomes Autofahren wichtig. Die geringere Latenz sollte sich aber auch auf das Download-Tempo und Ladezeiten auswirken.

Durch den immer grösseren Datenhunger und die veränderten Nutzungsgewohnheiten im mobilen Internet kommen 4G-Netze immer schneller an ihre Leistungsgrenzen. Es muss also früher oder später sowieso auf die neue Technologie umgeschwenkt werden, wenn wir weiterhin so komfortabel im mobilen Internet bewegen wollen, wie wir das heute (noch) können.

2. Was ist mit der Strahlung von 5G?

5G ist umstritten wie kaum eine andere Technologie, vgl. «Kassensturz» vom 25. Mai 2021 oder den Beitrag bei Watson vom 28. November 2019. Nicht der einzige, aber der Hauptgrund dafür dürfte sein, dass 5G teilweise neue Frequenzbereiche nutzt, höhere Übertragungsfrequenzen eine kürzere Reichweite haben und deshalb eine grössere Anzahl Antennen erfordern als die Vorgängergenerationen. Potenziell, so die Befürchtung der Gegner, seien Menschen dadurch mehr Immissionen elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt. Tatsächlich ist das schwierig zu sagen. Durch die Bündelung («beam-forming») in eine Richtung können 5G-Anlagen adaptiv die Leistung anpassen, d.h. gezielt die Endgeräte ansteuern, anstatt dass sie in alle Richtungen konstant in derselben Stärke abstrahlen (vgl. Beitrag bei Focus vom 4. Februar 2020). Dadurch könne die Strahlenbelastung insgesamt sogar geringer, punktuell jedoch höher ausfallen. Auch die Telefone selbst, die Hauptquelle für Strahlung, bräuchten weniger Sendeleistung, wenn die Antenne näher sei. Darauf hat die Forschung noch keine Antwort. Wissenschaftlich noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen sind gemäss unseren Recherchen die langfristigen Auswirkungen von Hochfrequenzstrahlung auf die Gesundheit, vgl. Beitrag des BAFU. Gemäss Bundesamt für Umwelt sei der Gesundheitsschutz mit den geltenden Grenzwerten eingehalten. Aufs verschwörungstheoretische Geschwurbel mag ich an dieser Stelle nicht eingehen.

Weitere häufige Fragen beantworten diese FAQ.

3. Was brauche ich für 5G?

Auf den ersten Blick ist das einfach zu beantworten: ein 5G-fähiges Endgerät, ein Mobilfunkabo, das 5G einschliesst, und eine Funkverbindung zu einem Mobilfunknetz, das auf 5G setzt. Doch wenn man sich damit näher befasst, merkt man: 5G ist nicht gleich 5G.

ein kompatibles Gerät

Handy

Achtet beim Neukauf eines Smartphones darauf, dass es 5G beherrscht. Das ist mittlerweile nicht mehr so schwer zu finden wie noch vor zwei Jahren. In unserem Sortiment finden sich über 150 Modelle, die 5G können. Nutzt unsere praktischen Produktfilter, um alle 5G-Mobiltelefone zu finden. Ab 250 Franken seid Ihr dabei.

Mobiler Router

Alternativ könnt Ihr Euch auch einen mobilen Hotspot zulegen, der 5G-fähig ist. So verbindet Ihr mehrere Endgeräte über WLAN mit dem mobilen Router, und von dort geht's ins schnelle 5G-Netz. in einigen Fällen kann so eine Lösung sogar einen Festanschluss (Cable, DSL, Fiber) komplett ersetzen. Wir präsentieren Euch am Schluss des Beitrags eine Auswahl aus unserem Sortiment.

einen 5G-Mobilfunktarif

Alle drei Anbieter mit eigenem Netz und einige Anbieter, die Mobilfunkdienste auf den drei Netzen anbieten (Reseller), bieten mittlerweile 5G als fixen Abobestandteil oder als kostenpflichtige Zusatzoption an:

  • Alle Abos von Salt unterstützen 4G und 5G. Ich habe bei Salt nicht auf Anhieb eine Angabe von Datenübertragungsgeschwindigkeiten gefunden.
  • Alle Sunrise-Abos unterstützen 4G und 5G. Hier sind die Übertragungsgeschwindigkeiten abhängig vom Abonnement. Bei We mobile young sind es 100 Mpbs downstream, bei We Mobile XL 2 Gbps.
  • Alle Swisscom-Abos unterstützen 4G und 5G. Hier sind die Übertragungsgeschwindigkeiten abhängig vom Abonnement. Bei Swiss Mobile Light sind es 50 Mbps downstream, bei inOne mobile premium bis 2 Gpbs.
  • Quickline-Abos Mobile L und XL unterstützen 5G (L bis 300 Mbps, XL bis 2 Gpbs downstream), Mobile S und M bloss 4G.
  • Yallo, Lebara und Digitec Connect bieten eine 5G-Option an (beide downstream 2 Gbps, upstream 300 Mbps)

Wo gibt's den meisten «bang for the buck»?

Obwohl die «best effort»-Leistungszahlen ganz ähnlich aussehen, variieren die tatsächlich nutzbaren Bandbreiten. Im Beitrag des Swiss IT Magazine vom findet Ihr einen Vergleichstest vom 25. November 2020. Die deutsche Zeitschrift «Chip» hat im April 2021 ebenfalls die Schweizer 5G-Netze getestet – und kommt zu einem etwas anderen Ergebnis. Das macht es nicht gerade einfacher, sich für den besten Anbieter zu entscheiden.

Funktionieren alle 5G-Geräte mit allen Anbietern?

Das ist leider nicht unbedingt gegeben. Da momentan vielerorts eine hybride Technologie aus umgerüsteter 4G/LTE-Infrastruktur genutzt wird, wird zum Verbindungsaufbau das 4G-Netz genutzt, während Daten über 5G übertragen werden. Das bedeutet, dass z.B. Smartphones mit einer Kombination verschiedener Funkfrequenzen zurechtkommen müssen. Die sind nicht immer dieselben und werden auch nicht von jedem Gerät gleich «verstanden». Es ist nicht einmal gegeben, dass dieselben Frequenzen unterstützt werden, obwohl zwei Modelle dieselbe Funk-Chipsätze verbaut haben. Bei manchen Geräten sind die Frequenzen firm-/softwareseitig definiert.

Die Abdeckung des herkömmlichen 5G-Netzes ist in der Schweiz bei jedem grossen Anbieter beinah flächendeckend gegeben, auch wenn teils unterschiedliche Frequenzbänder genutzt werden. Bei 5G+ sieht es anders aus. Bei den Angaben für Smartphones ist aktuell schwierig, dass die Hersteller keine klare Unterscheidung zwischen 5G und 5G+ machen (was daran liegt, dass 5G+ international kein gebräuchlicher Standard ist respektive diverse technologische Lösungen unter einem Label für einen nationalen Markt zusammengefasst wurden). Anscheinend gibt es Geräte, die nur 5G+ unterstützen und deshalb bei uns auch in Gebieten mit 5G-Abdeckung nur über 4G/LTE surfen.

Gemäss unserem Category Management haben uns Kund*innen gemeldet, dass bestimmte Geräte von One Plus nicht mit jedem Netz gleich gern eine 5G-Verbindung aufbaut, respektive nur mit 5G+-Netzen, sofern diese ein bestimmtes Frequenzband nutzen und die Firmware darauf eingestellt ist, vgl. auch hier, hier oder hier.

Das ist aber grundsätzlich kein «Herstellerproblem». Hier beschreibt zum Beispiel Google vorbildlich, mit welchen 5G-Netzen in der Schweiz sein Modell Pixel 5 wie genau funkt.

Wer sich ins Thema reinlesen will: Eine Erklärung zu Netzen, Frequenzen und Bändern sowie mit nützlichen Links liefert providerliste.ch.

Netzabdeckung

Irgendwie logisch. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

4. Wo funktioniert 5G?

Gemäss Chance 5G erreicht die 5G-Abdeckung in der Schweiz 90 Prozent der Bevölkerung. Allerdings werde zu grossen Teilen auf der bestehenden Instrastruktur aufgesetzt, die noch nicht sämtliche Vorzüge von 5G ausnutzen könne. Sprich: Bei umgerüsteten Antennen geschieht wie erwähnt nur der Datentransport über 5G, die Verbindung aber wird noch über das 4G-Netz aufgebaut. Es wird noch dauern, bis die Kernarchitektur aller Netze auf 5G basiert. In der Schweiz (und nur da) nennen die Provider dieses schnellere 5G «5G+». 5G+ ist vor allem in städtischen Gebieten verfügbar.

Gibt's 5G, wo ich wohne, wo ich zur Arbeit, zum Sport, in die Ferien gehe?

Auf dieser Karte seht Ihr die aktuelle Abdeckung durch 5G. Grün markiert sind die Planquadrate, bei der die Abdeckung durch drei Netzanbieter im Aussenbereich zu erwarten ist. Gelb bedeutet, dass einer oder zwei Netzanbieter an der Stelle 5G-Abdeckung bieten sollte. Die tatsächliche Versorgung in den einzelnen Netzen schaut ihr aber zur Sicherheit bei Salt, Sunrise und Swisscom nach.

5. Für wen lohnt sich 5G?

Mitte 2021 scheint es mir schwierig, dafür eine Empfehlung abzugeben. Pauschal gesagt profitieren alle Nutzer*innen von Mobilfunktechnik von den Vorzügen von 5G, wenn sie mobil aufs Internet zugreifen, im Netz surfen, online spielen oder Medien streamen möchten. Wie eingangs erwähnt hat bereits eine siebenstellige Anzahl Menschen ein 5G-fähiges Endgerät oder ein 5G unterstützendes Abonnement.

In der Schweiz ist der 4G/LTE-Standard recht gut ausgebaut, und die derzeitige Implementation von 5G baut grösstenteils auf der bestehenden Infrastruktur auf, sodass der Performance-Gewinn gegenüber 4G-/LTE-Datenverbindungen moderat ausfällt. Von noch etwas höheren Geschwindigkeiten profitiert, wer ein entsprechendes Abo hat und entlang der 5G+-Korridore wohnt oder arbeitet. Das sind vor allem Gebiete in Agglomerationen oder entlang der wichtigsten Verkehrsachsen. Ein Blick auf die Abdeckungskarten der Netzanbieter lohnt sich, denn bisweilen sind ganze Ortsteile erschlossen oder nicht erschlossen. Je nachdem kann hier je nach Nutzung ein 5G-Mobilfunkabo einen Internetfestanschluss ersetzen – wobei das ja vor allem für eher abgelegene Gebiete spannend wäre, bei denen die Festnetzabdeckung fehlt ... Nun ja.

Mir fällt schwer, eine klare Kaufempfehlung für eines der unten aufgeführten 5G-fähigen Mobilgeräte auszusprechen. Denn derzeit ist nicht klar dokumentiert, welches Gerät auf welchem Netz mit welchen Geschwindigkeiten funktioniert. Auf dieser Grundlage lässt sich auch nicht so eine Aussage machen wie «kauf Dir jetzt ein 5G-Handy, dann bist du parat, wenn das schnelle 5G flächendeckend kommt» – zumal viele Menschen in der Schweiz alle 1–2 Jahre sowieso neue Geräte kaufen. Die Geräte mit 5G-Unterstützung, welcher Art auch immer, sind aber heute nicht mehr unbedingt teurer als 4G-Geräte, deshalb macht Ihr auch nicht unbedingt was falsch, so ein Gerät zu kaufen.

Leider liegen uns nicht zu jedem Gerät entsprechende Infos vor – deshalb findet Ihr sie auch nicht in unserem Onlineshop. Wenn Ihr mit 5G liebäugelt: Informiert Euch vor dem Kauf in Foren der Netzbetreiber, prüft die Datenblätter des Wunschgeräts, fragt beim Hersteller nach – oder löchert unseren Support.

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5G ist nicht gleich 5G

Letztlich bleibt zu sagen: die vierte Mobilfunkgeneration stösst durch den immer stärkeren Hunger an Bandbreite an seine Grenzen. An der fünften Generation 5G kommen wir früher oder später nicht vorbei. Wer schon ein 5G-fähiges Telefon hat und ein entsprechendes Abo nutzt, profitiert bereits von höheren Geschwindigkeiten, auch wenn diese aufgrund der Infrastruktur noch nicht massiv schneller sind als über 4G/LTE.

5G in unserem Shop

Alle 5G-Smartphones in unserem Sortiment Mobile Router mit 5G

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Daniel Rei

Daniel Rei

Leitung Contentmarketing/PR

News-Jäger und -Sammler | Seit 2006 arbeite ich bei BRACK.CH. Zuerst habe ich Produkte für den Online-Shop beschrieben, jetzt verfasse ich Medienmitteilungen und Texte aller Art, betreue Journalisten und Influencer. Privat blogge ich seit 2004. Ich stehe auf Gadgets, Games, Fernsehen und Pasta.

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