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Surround Sound – Was ist das und was benötigt man dazu?

Unter Surround Sound (Raumklang) versteht man Audio, welches von mehr als zwei Lausprechern wiedergegeben wird und so nicht nur aus einer Richtung, sondern von verschiedenen Seiten her abgestrahlt wird. Surround Sound kommt heute vor allem im Kino zum Einsatz, aber natürlich bei entsprechender Ausstattung auch im Heimkino. Das Ziel dabei ist, passend zum gezeigten Videobild auch eine möglichst eindrucksvolle und realitätsnahe 3D-Geräuschkulisse zu erzeugen und dadurch ein Eintauchen ins Filmgeschehen zu verstärken.

Die Grundidee beim Surround Sound: Wenn eine Person in Grossaufnahme zentral im Bild spricht, soll der Ton auch von der Mitte des Bildschirms kommen. Fliegt im Film aber ein Hubschrauber von hinten über den Kopf des Zuschauers, soll im Idealfall auch der Ton diese Bewegung synchron mitmachen. In der Realität reagiert der Mensch ja nicht nur auf visuelle, sondern auch auf akustische Reize. Ein perfektes Zusammenspiel zwischen Bild und Ton simuliert dadurch die Realität deutlich besser als statischer Klang, welcher immer vom selben Punkt aus ertönt.

Im Kino versuchen Regisseure schon seit langem, auch über den Ton starke dramatische Effekte zu erzeugen. Mit entsprechender Einrichtung lässt sich dieses Kino-Gefühl auch im heimischen Wohnzimmer nachbilden.

Wie funktioniert Surround Sound?

Als Basiskonfiguration kann der 5.1-Standard angesehen werden. Dazu sind 5 bis 6 Lautsprecher notwendig: Ein Center-Lautsprecher für die Dialoge wird zentral unter dem Bildschirm platziert, zwei seitliche Lautsprecher links und rechts vorne sowie zwei seitliche Lautsprecher links und rechts hinter dem Zuschauer. Als sechster Lautsprecher kann ein sogenannter Subwoofer eingesetzt werden. Dieser kann beliebig platziert werden und erzeugt starke, bisweilen spürbare, Basstöne für die Extradramatik im Filmgeschehen.

Basiskonfiguration nach 5.1-Standard mit Subwoofer

Bei jedem Surround-System entsteht ein sogenannter «Sweet Spot». Das ist der Ort im Raum, der von allen Lautsprechern den idealen Abstand aufweist und somit auch das bestmögliche Audioerlebnis bietet. Die meisten Surround-Systeme lassen sich entsprechend anpassen, wenn es nicht möglich ist, sein Sofa genau im natürlichen Sweet Spot der Lautsprecher zu platzieren, und man somit z.B. zu weit hinten oder zu weit rechts davon sitzt. Die Hardware lässt sich dann manuell über Referenztöne oder über eine Automatik (z.B. durch ein Mikrofon an der Fernbedienung) einmessen, so dass eine künstlich erzeugte Ideal-Geräuschkulisse am gewünschten Ort entsteht.

Sweet Spot eines Surround-Systems

Was benötigt man für den Surround Sound im Heimkino?

Grundsätzlich benötigt man einen Surround-Prozessor und einen Verstärker, sowie mehrere Lautsprecher. Dabei sind der Prozessor und der Verstärker heute in der Regel in einem AV-Receiver oder in einer Soundbar integriert. Je nach Budget, Grösse und Beschaffenheit des Raums hat man unterschiedliche Möglichkeiten zur Auswahl.

Soundbars

Zum Einstieg kann eine Soundbar als Zusatz zum Fernseher oder Projektor genutzt werden. Sie vereint Verstärker, Prozessor und mehrere kleine Lautsprecher in einer schlanken Lösung als Ergänzung zur Bildquelle. Je mehr man hier investiert, desto mehr und desto bessere Lautsprecher sind in der jeweiligen Soundbar verbaut.

Eine Soundbar wird zentral unter dem Bild platziert und deckt die vorderen drei Kanäle zuverlässig ab. Hochwertigere Soundbars verfügen zusätzlich über interne oder externe Subwoofer für «dramatische» Tieftöne und integrierte Spezial-Lautsprecher, welche durch die Reflektion an Zimmerwänden und -decke, seitliche Töne, resp. solche von hinten oder oben simulieren. Dies funktioniert heute sehr gut, wenn die Soundbar in einem rechteckigen, nicht zu hohen und nicht mit zu vielen Möbeln zugestellten Raum steht. Zu viele schallschluckende oder -streuende Elemente im Raum können hier das Raumklangergebnis aber beeinträchtigen.

Daher lassen sich heute Soundbars auch via Kabel oder Bluetooth zusätzlich mit separaten Rücklautsprechern koppeln, so dass der simulierte Raumklang in eine echte Raumklanglösung übergeht.

Soundbars sind vor allem in Wohnzimmern sehr beliebt, da alle Komponenten in einem Gerät vereint sind und somit platzsparend aufgebaut werden können und ohne aufwändige Verkabelung auskommen.

All-in-One-Lösung mit Soundbar als Zusatz zum TV

Lösung über AV-Receiver und Lautsprecher

Wer aber auf perfekten, echten Raumklang Wert legt, kommt um einen AV-Receiver und die dem System entsprechende Anzahl Lautsprecher nicht herum. Hier ist heute auch eine grosse Spannweite verfügbar, vom günstigen Einsteigerset bis hin zu High-end-Komponenten, die keine klanglichen Wünsche offenlassen. AV-Receiver bieten zudem den Vorteil, dass sie über zahlreiche Audio- und Bildeingänge verfügen. So können diverse Quellen wie etwa Spielekonsolen, TV-Empfänger, Blu-Ray-Player oder Plattenspieler parallel angeschlossen werden. Ein Enthusiast wird dabei auch auf eine hochwertige Verkabelung setzen sowie alle Lautsprecher perfekt im Raum platzieren, ausrichten und einmessen.

Hat man einen dedizierten Raum für sein Heimkino, ist dies sicher die bestmögliche Lösung. Wenn man den extra Aufwand für die Verkabelung nicht scheut, lässt sich dies aber auch in die meisten Wohnzimmer optisch ansprechend integrieren. Der AV-Receiver und der Center-Speaker finden in einem schönen Sideboard Platz, der Subwoofer lässt sich hinter oder unter einem Möbel verbergen, die Rücklautsprecher-Verkabelung verschwindet hinter den Fussleisten oder in dezenten Kabelkanälen.

AV-Receiver und optisch ansprechende Lautsprecher im Wohnzimmer

Welche Surround-Formate gibt es?

Heute liegen die meisten Filme digital vor, z.B. in Form von Blu-rays oder Streamingangeboten, auf welchen die entsprechenden Audiokanäle kodiert vorliegen, welche zur Ansteuerung mehrerer Lautsprecher notwendig sind. Ein Surround-Prozessor dekodiert die Tondaten und spielt die unterschiedlichen Tonspuren über die im Raum verteilten Lautsprecher ab.

Natürlich wird auch der Raumklang laufend weiterentwickelt und es kommen neue Formate hinzu, welche ein noch effektvolleres Filmerlebnis versprechen.

Nachfolgend eine Übersicht über die gängigsten Formate:

Dolby Surround

Dies ist die «Urvariante» des Surround-Sounds. Sie basiert auf analogen Daten, war also auch schon zu Zeiten von VHS verfügbar. Die gesamten Audiodaten werden über eine Matrix-Kodierung auf zwei normalen Stereo-Tonspuren untergebracht und dann bei der Dekodierung in 4 separate Kanäle umgewandelt. Obwohl hier in der Regel auch zwei Rücklautsprecher zum Einsatz kommen, spielen diese ein identisches Signal ab, den sogenannten Effekt-Kanal.

Auch ein separater Kanal für den Subwoofer ist nicht vorhanden. Man kann also von einem 4.0-Format sprechen: Vorne links, Center, vorne rechts und Effekt-Kanal hinten.

Dolby Pro Logic

Dolby Pro Logic basiert weiter auf zwei analogen Stereotonspuren, erweitert Dolby Surround aber um die zwei noch fehlenden Kanäle, Subwoofer- und getrennte Rückkanäle links/rechts.

Es liefert somit bereits getrennte Kanäle für die klassische 5.1 Surround-Konfiguration.

Dolby Digital (DD)

Mit der Einführung von DVDs kam dann die digitale Variante «Dolby Digital» dazu. Dolby Digital verfügt als erstes Format über sechs vollkommen getrennte Tonkanäle, bedient also die 5.1-Konfiguration. Um die grosse Menge an Audiodaten auf einer DVD unterbringen zu können, wird hier ein psychoakustisches Kompressionsverfahren eingesetzt. Dies bedeutet, dass die fürs menschliche Ohr nicht hörbaren Frequenzbereiche weggespart werden.

DTS

DTS ist ein Konkurrenz-Format zu Dolby Digital. Auch hier werden die Audiodaten komprimiert, durch den Einsatz eines anderen Algorithmus sind aber gegenüber DD deutlich höhere Datenraten möglich, wodurch der Klang nochmals einen Tick verbessert wird.

THX

Viele halten auch THX für ein Surround-Format. Dem ist aber nicht so, vielmehr ist THX eine Sammlung von Normen für Ton und Bild. Mit einer THX-Zertifizierung können Medienquellen und Geräte gekennzeichnet werden, welchen diesen Normen und somit einem gewissen Qualitätsniveau entsprechen. So soll garantiert werden, dass auf verschiedenen Gerätekonfigurationen ein einheitlich hochwertiges Klangergebnis erzielt wird.

Dies bedeutet aber nicht, dass Geräte ohne THX-Zertifizierung schlechter sein müssen, sondern nur, dass die Hersteller keine entsprechenden Lizenzkosten bezahlen. Die Zertifizierung garantiert einen gewissen Mindest-Standard, den aber auch viele nicht-zertifizierte Geräte genauso erreichen oder übertreffen.

Dolby Atmos

Das Spezielle an Dolby Atmos ist, dass der Surround-Klang nicht nur seitlich, sondern auch von oben kommt. Dies wird bei Soundbars meistens über sogenannte Upfiring-Lautsprecher erreicht, welche den Ton nach oben abstrahlen, wo er dann durch die Decke reflektiert wird. In der klassischen Version mit Receiver müssen aber auch an der Decke kleine Lautsprecher für die Höhenkanäle installiert werden.

Dolby Atmos bedient die folgenden Standard-Konfigurationen, je nach Anspruch und Budget: 5.1.2, 7.1.4, 9.1.4 bis hin zu aktuell 11.1.4. Dabei bedeuten die Ziffern der Reihe nach die Anzahl Lautsprecher (vorne, seitlich und hinten), einen Subwoofer sowie die Anzahl Höhenlautsprecher (Decke).

Da bei Dolby Atmos die einzelnen Klänge nicht mehr Tonspuren zugeordnet sind, sondern als räumliche Objekte über Metadaten vorliegen, kann theoretisch jede beliebige Anzahl Lautsprecher zusätzlich eingesetzt werden. Der Prozessor erkennt die Position eines Objektes im Raum und ordnet den Klang entsprechend den vorliegenden Lautsprechern zu. Ein bewegter Toneffekt kann so über mehrere Lautsprecher von Punkt A nach Punkt B wandern. Je mehr Lautsprecher dabei zum Einsatz kommen, desto eindrucksvoller ist das Resultat.

Will man Dolby Atmos über einen AV-Receiver geniessen, ohne Lautsprecher an der Decke zu montieren und zu verkabeln, sind inzwischen auch Upfiring-Lautsprecher erhältlich, welche sich frei im Raum aufstellen lassen.

Dolby Atmos ist heute vor allem auf Blu-rays und Ultra HD Blu-rays zu finden. Mit Dolby Atmos kodierte Medien lassen sich auch auf älteren Surround-Systemen wiedergeben, welche noch nicht über Dolby Atmos verfügen. Man hat bei der Entwicklung darauf geachtet, auch mit klassischen 5-1-Formaten kompatibel zu bleiben.

Homecinema mit Dolby Atmos

Übersicht

Format

Signal

Tonspuren

Konfigurationen

Dolby Surround

analog

2

4.0

Dolby Pro Logic

analog

2

5.1

Dolby Digital

digital

6

5.1

DTS

digital

6

5.1

Dolby Atmos

digital

objekt-basiert

5.1.2, 7.1.4, 9.1.4, 11.1.4 oder mehr

Worauf sollte man bei der Wahl eines Surround Systems achten?

Die erste Entscheidung ist sicher, ob man ein echtes Surroundsystem haben möchte, wo jeder Tonkanal durch einen dedizierten und korrekt platzierten Lautsprecher bedient wird oder ob man auf die Variante mit einer Soundbar setzen will. Dabei stellt sich auch die Frage, ob die Deckenbeschaffenheit allenfalls den Einsatz von Upfiring-Lautsprechern erlaubt.

Je höher die Ansprüche an die Qualität, desto mehr Hardware muss auch im Raum verteilt und entsprechend verkabelt werden.

Homecinema mit Einzelkomponenten

Hier spielt aber auch der Raum selbst eine grosse Rolle: Je höher, geneigter und unregelmässiger die Decke, je verwinkelter und mit Möbeln vollgestellt ein Raum, desto schlechter funktionieren Upfiring-Speaker und simulierte Surround-Effekte, welche über die Wände reflektiert werden. Um präzise arbeiten zu können, sind Soundbars hier auf möglichst gerade, glatte und nicht zu schallschluckende Wände sowie eine entsprechende Raumdecke angewiesen. Hier bietet ein echtes Surround-System deutliche Vorteile gegenüber einer Soundbar.

Auch ein Subwoofer kann problematisch sein. Natürlich ist der kraftvolle «Wumms» bei Explosionen in Filmen grossartig. Bei Mehrfamilienhäusern, speziell bei älteren Gebäuden mit schlechter Schallisolierung, steht da aber rasch auch der erzürnte Nachbar auf der Matte. Die tiefen Töne eines Subwoofers werden durch die Böden und Wände eines Hauses geleitet und können auf Nachbarn in Form eines ständigen Brummens und Dröhnens sehr nervtötend wirken. Hier sollte man also auch seine Umwelt mit in die Überlegungen einbeziehen oder, wenn man nicht darauf verzichten will, den Subwoofer auf ein angemessenes Mass herunterregulieren. Ausserdem gibt es diverse Möglichkeiten, einen Subwoofer mechanisch vom Boden zu entkoppeln, sodass weniger Schwingungen in den Boden und damit in die Wohnungen der Nachbarn dringen. Dazu gehören Gummifüsse, Waschmaschinenunterlagen oder halbierte Tennisbälle.

Bei der Auswahl der Komponenten sollte man darauf achten, wie diese untereinander harmonieren, und ob sie dem aktuellen technischen Stand entsprechen, also z.B. der Receiver Dolby Atmos wiedergeben kann. Ein kraftvoller Highend-Receiver mit günstigen Mini-Lautsprechern macht dabei so wenig Sinn, wie teure Speaker, welche über einen schmalbrüstigen Receiver betrieben werden.

Oder Sie wollen sich gar nicht zu sehr mit den Einzelkomponenten auseinandersetzen? Dann ist ein Komplett-Einsteigerset sicher eine gute Lösung für Sie.

Sind Sie sich unsicher, welche Komponenten die richtigen sind, beraten wir Sie gerne: Unsere erfahrenen Berater stehen Ihnen gerne per Chat im Online-Shop oder telefonisch zur Verfügung.

Egal wie Sie sich entscheiden oder was ihr Zuhause zulässt: Eine Raumklang-Lösung verwandelt Ihren Fernseher oder Projektor in ein echtes Heimkino und lässt Sie beim nächsten Blockbuster oder actiongeladenen Videospiel noch tiefer ins Filmgeschehen eintauchen.

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