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Energielabels bei TVs und Bildschirmen: worauf Sie achten müssen

Sicher sind Sie schon bei verschiedensten Elektronikartikeln über die bunten Pfeil- und Buchstaben-Etiketten gestolpert, die darüber Auskunft geben sollen, wie sparsam ein bestimmtes Produkt ist. In den letzten Jahren hat sich hier einiges getan. Was diese Labels bei Fernsehern und Computer-Bildschirmen aussagen (und was nicht), warum es immer wieder neue braucht und wie Sie sie miteinander vergleichen, lesen Sie hier.

Energielabels gibt es schon lange – seit über 30 Jahren, um genau zu sein. Am 22. September 1992 hat der Rat der Europäischen Union (damals noch «Rat der Europäischen Gemeinschaften») beschlossen, dass der Energieverbrauch von Haushaltsgeräten auf Etiketten angegeben werden soll. Das Energielabel war geboren – zumindest das einheitliche Energielabel. Vorher gab es nämlich auch schon Energie-Etiketten. Allerdings haben die Staaten vor diesem Zeitpunkt noch ihr eigenes Süppchen gekocht und unterschiedliche Regeln erlassen. Das war für die Konsumentinnen und Konsumenten aber chaotisch und für den internationalen Handel innerhalb der EU ein Hindernis. Es gibt also gute Gründe für einheitliche Energielabels.

Warum braucht es Energielabels?

Hinter den Energielabels steckt die Absicht, dass die Wahl der Konsumentinnen und Konsumenten auf jene Geräte gelenkt werden soll, die am wenigsten Energie verbrauchen. Das wiederum soll auch Hersteller motivieren, effizientere Geräte zu designen. Dazu brauche es, so die Begründung des Rates der Europäischen Union, eine «genaue, sachdienliche und vergleichbare Unterrichtung über den spezifischen Energieverbrauch von Haushaltsgeräten». Genau das sollen die Energielabels tun: Sämtliche Geräte eines Typs sollen, zumindest was den Energieverbrauch betrifft, vergleichbar sein. So kann der Energieverbrauch als Kriterium mit in die Kaufentscheidung einfliessen.

Wie sich die Energielabels entwickelt haben

Die Labels wurden im Laufe der Jahre immer wieder revidiert. Ein paar Dinge sind aber gleichgeblieben: Schon die erste Version des einheitlichen Energielabels verwendete eine Skala von A bis G. Für Monitore und Fernseher gab es anfänglich aber noch keine Etikettenpflicht. Diese kam erst im September 2010 als Ergänzung der ersten, grossen Energielabel-Revision vom Mai 2010 hinzu. Die auffälligste Änderung der 2010-Revision war die Einführung neuer Energieeffizienz-Klassen. Die alten Klassen von A bis G reichten nicht mehr, um die Geräte unterscheidbar zu machen. Deren Berechnung basierte auf dem technischen Stand vom Ende der 90er-Jahre. Da die Geräte immer effizienter wurden, musste man die Skala nach oben erweitern. Darum wurden die neuen Klassen A+, A++ und A+++ eingeführt.

Ein paar Jahre später ist das Problem wieder aufgetaucht: Durch den technischen Fortschritt waren die Geräte in manchen Kategorien so gut, dass sie fast alle in den höchsten Energieeffizienz-Klassen rangierten. Eine weitere Revision wurde fällig und im Juli 2017 auch beschlossen. Die neuen Klassen (A+, A++ und A+++) sollten wieder abgeschafft und das ursprüngliche A-bis-G-System wieder eingeführt werden. Dadurch wurde aber eine Neuskalierung nötig – in anderen Worten: eine neue Berechnung und eine neue Klasseneinstufung. Die neue Berechnung war deutlich strenger. Das führte dazu, dass Geräte, die nach dem alten System noch eine vermeintlich sehr gute Energieeffizienzklasse wie A+++ aufweisen konnten, neu vielleicht nur noch B, C oder D erreichten. Bei Monitoren und TVs wurde diese Anpassung im März 2019 beschlossen und bis Ende 2021 vollständig umgesetzt. Die Schweiz hat diese Regelung übernommen.

Was sich beim neuen Energielabel geändert hat

Abgesehen von der Wiedereinführung der ursprünglichen Skala (mit strengerer Berechnung) gab es noch die eine oder andere Anpassung. Zusätzlich zur Bildschirmdiagonale informiert das neue Label auch über die Bildschirmauflösung. Der Stromverbrauch wird jetzt in kWh/1000h (Kilowattstunden pro 1000 Stunden) und nicht mehr als Leistungsaufnahme in W (Watt) angegeben. Die Zahl ist identisch, wird einfach anders interpretiert. Anders gesagt: Ein Monitor, der im Betrieb 19 Watt Leistung aufnimmt, wird in 1000 Stunden Betrieb 19 Kilowattstunden Strom verbrauchen.

Die alte kWh/annum-Angabe (Kilowattstunden pro Jahr) wurde beim neuen Energielabel gestrichen. Das ist auch gut so. Sie wurde nämlich recht willkürlich nach der Formel (Leistungsaufnahme in Watt im Ein-Zustand) * 1.46 berechnet. Da der jährliche Stromverbrauch von der Anzahl Betriebsstunden abhängt und die von Person zu Person verschieden ist, war die Zahl nicht sehr aussagekräftig.Eine der interessantesten Neuerungen ist der QR-Code, der die obere rechte Ecke des Labels schmückt. Diesen können Sie zum Beispiel mit Ihrem Handy scannen, um das Datenblatt des Monitors auf der europäischen EPREL-Datenbank aufzurufen. Dort finden Sie auch einige nützliche Zusatzangaben – zum Beispiel, wie lange bei diesem Monitor die Verfügbarkeit von Ersatzteilen garantiert ist.

Bei HDR-fähigen Monitoren werden zwei separate Energieeffizienzklassen und Stromverbrauchsangaben aufgeführt: je eine für den Standard-Modus (SDR) und eine für den HDR-Modus. Hier erfahren Sie mehr über den HDR-Standard und was er bringt.

Gut zu wissen: So wird die Energieeffizienzklasse bestimmt

Die Energieeffizienzklasse, die Sie auf dem Energielabel sehen, ist nichts anderes als eine grobe Angabe, in welcher Grössenordnung sich der Energieeffizienzindex (EEI) befindet. Der Energieeffizienzindex ist das genaue Mass für die Energieeffizienz des jeweiligen Monitors. Er wird nach dieser Formel berechnet:

Pmeasured ist die im eingeschalteten Zustand gemessene Leistungsaufnahme in Watt (W). Bei Bildschirmen mit automatischer Helligkeitsregulierung dürfen von diesem Wert 10% abgezogen werden.

A ist die Anzeigeoberfläche in Quadratdezimeter (dm²)

corrl ist ein Korrekturfaktor, der aber nur bei digitalen Signage-Displays zum Tragen kommt. Bei Fernsehern und Computer-Monitoren ist er 0.

Der berechnete EEI-Wert wird mit diesen Werten abgeglichen, um die Energieeffizienzklasse des Monitors zu bestimmen, die Sie dann auf dem Label sehen.

Je tiefer der EEI-Wert, umso besser die Energieeffizienzklasse.

Wie Sie sehen, sind die einzigen beiden Messwerte, die in den Energieeffizienzindex (EEI) einfliessen (und damit die Energieeffizienzklasse bestimmen), die Leistungsaufnahme und die Bildschirmoberfläche. Eine höhere Leistungsaufnahme wirkt sich negativ auf den EEI aus, eine grössere Bildschirmoberfläche positiv. Anders gesagt: Wenn zwei unterschiedlich grosse Bildschirme die gleiche Leistungsaufnahme haben, hat der grössere Bildschirm die bessere Energieeffizienz. Die Bildschirmauflösung, auch wenn sie auf dem Label angegeben wird, wird bei der Berechnung nicht berücksichtigt. Monitore mit höherer Auflösung benötigen mehr Energie, da sie mehr Pixel ansteuern müssen. Darum sind hochauflösende Monitore im Nachteil und recht selten in den besseren Rängen der Energieeffizienzklasse anzutreffen.

Fazit: Was die Energieeffizienzklasse aussagt – und was nicht

Energie zu sparen, macht Sinn. Nicht nur der Umwelt und knapper werdenden Ressourcen zuliebe, sondern auch finanziell. Jede Kilowattstunde Strom, die Sie nicht verbrauchen, macht sich positiv auf dem Konto bemerkbar. Wenn Sie sich nach einem neuen Fernseher oder Computer-Bildschirm umsehen, kann Ihnen das EU-Energielabel helfen, die für Sie richtige Entscheidung zu treffen.

Wichtig ist einfach, dass Sie es richtig interpretieren. Passen Sie bei der Energieeffizienzklasse auf: Ein grüner Pfeil mit Energieeffizienzklasse A oder B heisst nicht unbedingt, dass ein Bildschirm im Alltag wenig Strom verbraucht, sondern, dass er aus dem benötigten Strom mehr rausholt und damit technisch fortschrittlicher ist. Die Energieeffizienzklasse hängt immer auch von der Bildschirmgrösse ab: Ein riesiger Fernseher kann viel mehr Strom verbrauchen als ein kleiner Computerbildschirm und trotzdem eine bessere Energieeffizienzklasse haben. Sie können die Energieeffizienzklasse zweier Bildschirme nur direkt miteinander vergleichen, wenn die Monitore gleich gross sind. Wenn Sie wirklich Strom sparen möchten, schauen Sie besser direkt auf die Stromverbrauchs-Angabe (die Zahl mit kWh/1000h).

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