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Blutdruck messen – so klappt die Selbstmessung

Bluthochdruck ist in Europa sehr weit verbreitet. Etwa 30 Prozent der Menschen leiden darunter. Während Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene noch selten unter Bluthochdruck leiden, ist in der Altersgruppe ab 60 Jahren jede zweite Person davon betroffen. Da Bluthochdruck sich nicht durch Schmerzen äussert, wird er häufig erst spät erkannt. Viele Menschen wissen daher gar nicht, dass sie Bluthochdruck haben. Auf Dauer schadet ein zu hoher Blutdruck den Gefässen und kann zu einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder zu Nierenschäden führen. Durch regelmässige Messungen kann Bluthochdruck jedoch bereits frühzeitig erkannt und entsprechende Behandlungsmassnahmen eingeleitet werden. Neben der Messung bei einer ärztlichen Fachperson oder in der Apotheke kann der Blutdruck mit einem entsprechenden Messgerät auch zu Hause ermittelt werden. Worauf Sie dabei achten müssen, um genaue Werte zu erhalten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wann sollte man eine ärztliche Fachperson aufsuchen?

Wenn Sie anhaltend hohe Blutdruckwerte haben, ist es wichtig, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Besprechen Sie die gemessenen Werte detailliert mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, um die nächsten Schritte zu planen.

Risikofaktoren für Bluthochdruck

In den meisten Fällen (ca. 90 %) kann Bluthochdruck nicht auf eine bestimmte Ursache zurückgeführt werden (primäre Hypertonie). Nur bei etwa 10 % ist Bluthochdruck einer Ursache zuzuordnen, zum Beispiel als Folge einer Krankheit oder der Einnahme von Medikamenten (sekundäre Hypertonie).

Die wichtigsten Risikofaktoren für primäre Hypertonie sind:

Bluthochdruck (Hypertonie) Risikofaktor Genetik
Quelle: Adobe Stock

Genetische Veranlagung

Wenn bereits einer oder beide Elternteile von Bluthochdruck betroffen sind, haben die Kinder ein zwei- bis dreimal so hohes Risiko, ebenfalls Bluthochdruck zu bekommen.

 

  

 

Blutdruckhochdruck Risikofaktor ungesunde Ernaehrung
Quelle: Adobe Stock

Übergewicht

Bei Übergewicht verlieren die Blutgefässe an Elastizität. Zudem werden von der Niere Botenstoffe ausgeschüttet, die den Blutdruck erhöhen. Mehr als die Hälfte der Menschen mit Übergewicht haben einen zu hohen Blutdruck.

 

 

 

Blutdruckhochdruck Risikofaktor Bewegungsmangel
Quelle: Adobe Stock

Zu wenig Bewegung

In Kombination mit Übergewicht wird durch Bewegungsmangel die Entstehung einer Arterienverkalkung begünstigt. Durch die verengten Arterien steigt der Blutdruck.

  

 

 

 
Blutdruckhochdruck Risikofaktor Stress
Quelle: Adobe Stock

Stress

Durch einige Stresshormone zieht sich die Muskulatur der Blutgefässe zusammen, wodurch der Blutdruck steigt. Zudem kann durch Stresshormone auf Dauer neben dem Blutdruck auch der Blutzuckerspiegel steigen.

 

 

 

 
Blutdruckhochdruck Risikofaktor Alkohol
Quelle: Adobe Stock

Alkohol

Etwa 0.75 Liter Bier oder 0.4 Liter Wein an einem Tag lassen das Herz schneller schlagen und erhöhen so den Blutdruck.

 

 

 

 

Blutdruck-Risikofaktor-rauchen.png
Quelle: Adobe Stock

Nikotin

Durch Rauchen oder anderen Nikotinkonsum, zum Beispiel vapen, gelangt weniger Sauerstoff in das Blut. Als Folge muss das Herz schneller arbeiten und der Blutdruck erhöht sich.

 

 

 

Blutdruckhochdruck Risikofaktor-Alter
Quelle: Adobe Stock

Alter

Mit zunehmendem Alter steigt auch der Blutdruck an, deshalb leiden ältere Menschen öfter an Bluthochdruck.

  

  

 

 

Die häufigsten Faktoren für eine sekundäre Hypertonie sind:

Erkrankungen

Einige Krankheiten können zu Bluthochdruck führen. Unter anderem Nieren-, Lungen- oder Gefässerkrankungen oder auch Nebennierenerkrankungen und in selteneren Fällen eine Schilddrüsenüberfunktion.

Schlafapnoe

Längere Atemaussetzer während des Schlafs führen langfristig zu einem steigenden Blutdruck.

Medikamente

Einige Medikamente erhöhen ebenfalls den Blutdruck. Dazu gehören unter anderem manche Antibabypillen, entzündungshemmende Schmerzmittel und Kortison.

Drogen und Nahrungsergänzungsmittel

Auch Drogen, insbesondere Kokain und Amphetamine sowie gewisse Nahrungsergänzungsmittel, zum Beispiel sogenannte «Fat Burner», können Ursache für Bluthochdruck sein.

Schwangerschaft

Bluthochdruck während der Schwangerschaft tritt vor allem bei Frauen, die mit über 40 Jahren schwanger sind, sowie bei Mehrlingsschwangerschaften auf.

Risiken von Bluthochdruck

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist Bluthochdruck schmerzfrei und spürbare Symptome wie Sehstörungen, Kopfschmerzen oder Schwindel treten erst bei sehr hohen Werten oder wenn die Organe bereits bleibende Schäden erlitten haben, auf. Dabei begünstigt schon ein nicht spürbarer Bluthochdruck über längere Zeit ernsthafte Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mögliche Folgeerkrankungen aufgrund von Bluthochdruck sind:

  • Durchblutungsstörungen in den Beinen (pAVK)
  • Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche)
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Demenz
  • Nierenschäden
  • Erektionsstörungen

Die Auswahl eines geeigneten Blutdruckmessgeräts

Damit die Blutdruck-Selbstmessung gelingt, ist vor allem eines entscheidend: ein genaues und passendes Blutdruckmessgerät. Um ein solches zu finden, haben wir Ihnen im Folgenden einige Punkte zusammengetragen, auf die Sie achten können.

Handgelenk- oder Oberarm-Blutdruckmessgerät?

Die zahlreichen Modelle der Blutdruckmessgeräte lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen: Handgelenk-Blutdruckmessgeräte und Oberarm-Blutdruckmessgeräte. Grundsätzlich liefern beide Bauarten bei korrekter Verwendung zuverlässige Ergebnisse. Da sich bei der Blutdruckmessung am Oberarm der Messpunkt automatisch auf Herzhöhe befindet, das Handgelenk jedoch während des Messvorgangs konstant auf Herzhöhe gehalten werden muss, ist die Messung mit Handgelenkgeräten tendenziell fehleranfälliger. Nicht zu empfehlen ist die Blutdruckmessung am Handgelenk zudem bei älteren Personen, Rauchenden, Menschen mit Diabetes und bei einer Herzrhythmusstörung. Das liegt daran, dass die Blutgefässe am Handgelenk einen geringeren Durchmesser haben als am Oberarm und deshalb anfälliger für eine Verengung oder Verhärtung sind, die bei den oben genannten Personengruppen besonders häufig vorkommen.

Oberarmblutdruckmessgerät und Handgelenkblutdruckmessgerät
Quelle: Beurer GmbH

Die passende Manschettengrösse

Achten Sie bei der Wahl eines Blutdruckmessers unbedingt auf den Manschettenumfang. Denn nur wenn Ihr Oberarm beziehungsweise Ihr Handgelenk vom Umfang her in die angegebene Bandbreite passt, sind genaue Ergebnisse möglich. Einige Hersteller wie Beurer und Omron bieten für gewisse Modelle Manschetten mit grösseren oder kleineren Umfängen als Zubehör an.

Qualitätsmerkmale

Das Wichtigste bei der Wahl eines Blutdruckmessers ist natürlich, dass das Gerät exakt, zuverlässig und sicher misst. Achten Sie bei der Wahl eines Geräts deshalb auf folgende Merkmale:

Zulassung als Medizinprodukt

Ein Indikator für ein qualitatives und vor allem sicheres Blutdruck-Messgerät ist die Zulassung als Medizinprodukt. Ob es sich bei einem Modell um ein zertifiziertes Medizinprodukt handelt, sehen Sie in den Spezifikationen. Ist dort eine Medizinprodukteklasse angegeben, handelt es sich um ein Medizinprodukt.

Aussagekräftige Zertifizierungen und Testresultate

Da eine Medizinprodukt-Klassifizierung allein noch keine Garantie bietet, dass das Gerät auch wirklich präzise misst, sind Zertifikate und Testergebnisse von seriösen Institutionen eine weitere hilfreiche Stütze bei der Wahl eines Blutdruckmessgeräts. Die Deutsche Hochdruckliga lässt auf Antrag der Hersteller die Messgenauigkeit der Geräte durch unabhängige Prüfinstitute testen und verleiht bei zufriedenstellenden Ergebnissen ein Prüfsiegel. Das Prüfprotokoll gehört gemäss eigenen Angaben der Hochdruckliga international zu den umfangreichsten. Die Geräte müssen an mindestens 96 Probanden aus drei Altersgruppen erfolgreich getestet worden sein, um das Hochdruckliga-Prüfsiegel zu erhalten. Mindestens die Hälfte der Testpersonen sind dabei weiblich. Bei Handgelenk-Blutdruckmessgeräten kommen noch zusätzliche Tests an 20 Personen mit Diabetes hinzu. Die genauen Testmethoden sowie die vollständige Liste aller mit dem Siegel ausgezeichneten Geräte finden Sie hier. Von den Modellen in unserem Sortiment besitzen folgende das Prüfsiegel (Stand November 2023):

Blutdruckmessgeräte mit Hochdruckliga-Prüfsiegel

Über die Deutsche Hochdruckliga

Die Deutsche Hochdruckliga wurde 1974 gegründet und setzt sich zu einem Teil aus einer Organisation an von Bluthochdruckbetroffenen und zum anderen Teil aus einer Gemeinschaft auf Bluthochdruck spezialisierter Mediziner zusammen. Das Ziel der Organisation besteht darin, dass möglichst viele, die von Bluthochdruck betroffen sind, von ihrer Krankheit erfahren und gute Blutdruckwerte erzielen. Dazu steht die Organisation in einem regelmässigen Austausch mit der Politik und anderen Organisationen, fördert Forschungsprojekte, unterstützt Ärztinnen und Ärzte und klärt die Bevölkerung auf.

Auch die Schweizer Konsumentensendung «Kassensturz» hat im Jahr 2021 Blutdruckmessgeräte für den Heimgebrauch getestet. Die gesamten Testergebnisse, sowie Informationen zum Ablauf des Tests finden Sie hier. Diesen Test bestanden haben folgende Geräte, die Sie auch in unserem Sortiment finden:

Nützliche Funktionen

Rund um das Messen des Blutdrucks bieten viele Geräte nützliche Zusatzfunktionen. Wir empfehlen, ein Gerät zu wählen, das über folgende Features verfügt:

Messergebnis Einstufung

Viele Blutdruckmessgeräte stufen die gemessenen Werte anhand einer farbigen Skala von Rot = schlecht bis Grün = alles in Ordnung ein. Dies macht die Interpretation der Messwerte besonders einfach und Sie sehen auf einen Blick, ob Sie erhöhte Werte oder einen normalen Blutdruck haben.

Ergebnisspeicher

Die meisten Blutdruckmessgeräte speichern mindestens die letzten 30 Messungen, oft sogar noch mehr. Das ist praktisch, um auch nachträglich noch den Messverlauf nachvollziehen zu können und kann zum Beispiel bei Arztbesuchen äusserst hilfreich sein. Zudem bieten viele Geräte die Möglichkeit, die Messwerte in zwei oder mehr Profilen zu speichern, damit das Messgerät auch von mehreren Personen genutzt werden kann, ohne den Verlauf der gespeicherten Werte zu verfälschen. Bei einigen Geräten lassen sich die Messwerte ausserdem per Bluetooth oder über das Internet auf eine Smartphone-App übertragen, was es noch einfacher macht, den Verlauf des Blutdrucks zu überwachen.

Arrhythmie-Erkennung

Blutdruckmessgeräte mit Arrhythmie-Erkennung können während des Messvorgangs feststellen, wenn das Herz unregelmässig schlägt. Zeigt ein Gerät mit Arrhythmie-Erkennung häufig einen unregelmässigen Herzschlag an, könnte eine Herzrhythmusstörung insbesondere Vorhofflimmern vorliegen. Wenden Sie sich in diesem Fall für weitere Abklärungen an Ihre ärztliche Fachperson.

Manschettensitzkontrolle

Einige Geräte zeigen direkt auf dem Display an, ob die Manschette richtig, sprich straff genug angelegt wurde. Dies reduziert Anwendungsfehler und trägt zu genauen Blutdruckmessungen bei.

Grundlegende Tipps für genaue Messungen

Unabhängig davon, ob Sie ein Oberarm- oder ein Handgelenkblutdruckmessgerät verwenden, sollten Sie folgende Tipps befolgen, damit Sie korrekte Messwerte erhalten:

  • Führen Sie die Blutdruckmessungen immer zur gleichen Zeit und unter denselben Bedingungen durch, zum Beispiel immer morgens vor dem Frühstück und abends, nachdem Sie sich von der Arbeit erholt haben. So erhalten Sie möglichst vergleichbare Werte.
  • Wenn Sie blutdrucksenkende Medikamente einnehmen, messen Sie den Blutdruck jeweils morgens vor der Tabletteneinnahme.
  • Wenn Sie zum ersten Mal Ihren Blutdruck messen, messen Sie ihn an beiden Armen. Unterscheiden sich die Werte, sind die des Arms relevant, bei dem die höheren Werte ermittelt wurden. Führen Sie alle folgenden Messungen an diesem Arm durch.
  • Trinken Sie mindestens 30, besser 60 Minuten vor der Blutdruckmessung keinen Kaffee, Energydrink oder Alkohol und rauchen Sie nicht.
  • Ruhen Sie sich vor der Messung mindestens fünf Minuten lang aus. Führen Sie während der Entspannungszeit keine Gespräche und schreiben Sie keine Nachrichten. Verzichten Sie im besten Fall auch auf Fernsehen und das Hören von Musik.
  • Setzen Sie sich für die Messung auf einen Stuhl mit Rückenlehne und lehnen Sie sich entspannt zurück, mit beiden Füssen auf dem Boden. Überkreuzen Sie dabei die Beine nicht. Achten Sie auch darauf, während des Messvorgangs nicht zu sprechen und lassen Sie sich nicht ablenken.
  • Messen Sie den Blutdruck dreimal nacheinander mit jeweils einer Minute Abstand zwischen den Messungen. Berechnen Sie anschliessend den Durchschnitt des zweiten und dritten Messergebnisses.
  • Dokumentieren Sie die gemessenen Werte mit Stift und Papier, in einer Excel-Tabelle oder in einer Blutdruck-App.

Blutdruckmessen am Oberarm

Gehen Sie bei der Messung mit einem Blutdruckmessgerät für den Oberarm unter Berücksichtigung der oben genannten allgemeinen Tipps wie folgt vor:

Blutdruck messen am Oberarm
Quelle: Adobe Stock
  • Legen Sie die Manschette am freiliegenden Oberarm an. Achten Sie darauf, dass die Durchblutung des Arms nicht durch enge oder hochgerollte Kleidungsstücke beeinträchtigt wird. Platzieren Sie die Manschette so, dass der untere Rand 2 bis 3 cm über dem Ellenbogen liegt und der Schlauch zur Handflächenmitte zeigt.
  • Schliessen Sie die Manschette nun so, dass sie eng, aber auch nicht zu eng um den Arm liegt, sodass noch zwei Finger zwischen die Manschette und den Arm passen.
  • Positionieren Sie sich so, dass sich die Manschette auf Herzhöhe befindet. Setzen Sie sich dazu beispielsweise an den Küchentisch und legen oder stützen Sie Ihren Unterarm darauf ab.
  • Starten Sie den Messvorgang bei Ihrem Blutdruckmessgerät

Blutdruck messen am Handgelenk

Gehen Sie bei der Messung am Handgelenk unter Berücksichtigung der oben genannten allgemeinen Tipps wie folgt vor:

Blutdruck-messen-am-Handgelenk.jpg
Quelle: Adobe Stock
  • Legen Sie die Manschette an der Innenseite des freiliegenden Handgelenks an. Achten Sie darauf, dass die Durchblutung des Arms nicht durch enge oder zurückgerollte Kleidungsstücke beeinträchtigt wird. Platzieren Sie die Manschette so, dass sich die Geräteoberkante ungefähr einen Zentimeter unterhalb des Handballens befindet.
  • Schliessen Sie die Manschette so, dass sie eng anliegt, aber nicht einschnürt.
  • Positionieren Sie sich so, dass sich das Handgelenk-Blutdruckmessgerät auf Herzhöhe befindet. Stützen Sie dazu Ihren Arm unbedingt ab und winkeln Sie ihn an.
  • Starten Sie den Messvorgang Ihres Blutdruckmessgeräts.

Diese Anleitungen dienen als allgemeiner Überblick über die Vorgehensweise bei der Oberarm- bzw. Handgelenkblutdruckmessung. Beachten Sie stets die Bedienungsanleitung Ihres Geräts und befolgen Sie die dortigen Anweisungen. Haben Sie von Ihrer ärztlichen Fachperson ergänzende oder abweichende Anweisungen erhalten, befolgen Sie stets diese.

Interpretation der Messergebnisse

Nach Beendigung des Messvorgangs zeigt Ihnen das Gerät einen systolischen (oft mit «SYS» abgekürzt) und einen diastolischen (häufig «DIA» abgekürzt) Blutdruck auf dem Display an. Als Masseinheit dient dabei Millimeter-Quecksilbersäule (mmHg). Ebenfalls angezeigt wird der Puls.

Display eines Blutdruckmessgeräts mit Anzeige des systolischen Blutdrucks, des diastolischen Blutdrucks und des Pulses
Quelle: Paul Hartmann AG

Für Erwachsene werden die Messwerte wie folgt eingestuft:

Systolischer Wert Diastolischer Wert
Tief unter 100 mmHG unter 60 mmHG
Ideal unter 120 mmHG unter 80 mmHG
Normal unter 130 mmHG unter 85 mmHG
Hoch-normal 130 bis 139 mmHG 85 bis 89 mmHG
Leichter Bluthochdruck 140 bis 159 mmHG 90 bis 99 mmHG
Moderater Bluthochdruck 160 bis 179 mmHG 100 bis 109 mmHG
Schwerer Bluthochdruck ab 180 mmHG ab 110 mmHG

Das bedeuten «SYS», «DIA» und «mmHg»

Systolischer Blutdruck Illustration
Quelle: Adobe Stock

«SYS»

Der systolische Blutdruck auf den meisten Geräten «SYS» abgekürzt ist der gemessene Wert, wenn das Herz sich zusammenzieht und Blut in die Hauptschlagader (Aorta) pumpt. In diesem Moment ist der Blutdruck in den Gefässen am höchsten.

 

Diastolischer Blutdruck Illustration
Quelle: Adobe Stock

«DIA»

Der diastolische Blutdruck, bei den meisten Blutdruckmessern mit «DIA» abgekürzt, ist der gemessene Wert, wenn das Herz sich entspannt und wieder mit Blut füllt. In diesem Moment ist der Blutdruck in den Gefässen am niedrigsten.

 

 «mmHg»

Millimeter-Quecksilbersäule (mmHg) ist eine Masseinheit, die in der Medizin zur Druckangabe bei Körperflüssigkeiten, insbesondere dem Blut verwendet wird. Physikalisch beschreibt «mmHg» den statischen Druck, den eine Quecksilbersäule mit einer Höhe von einem Millimeter erzeugt.

Was Sie auf keinen Fall machen, sollten

Wenn Sie einen besonders hohen Druck messen, sollten Sie nicht in Panik geraten. Angst erhöht den Blutdruck weiter. Fragen Sie sich, ob Sie Ihre Blutdruckmittel regelmässig eingenommen haben. Wenn nicht, nehmen Sie die zuletzt ausgelassene Medikation nach.

Wenn Sie Ihren Blutdruck sehr tief messen, sollten Sie die Blutdruckmedikation nicht auslassen, es sei denn, Sie fühlen sich sehr schwindelig oder schwach.

Ist ein zu tiefer Blutdruck auch gefährlich?

Ein tiefer Blutdruck ist anders als Bluthochdruck für die Gefässe nicht schädlich. Ganz im Gegenteil tiefer Blutdruck reduziert sogar das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Wenn Sie sich wohlfühlen und keine Beschwerden wie Schwindel oder Ohnmachtsanfälle haben, muss ein niedriger Blutdruck, daher auch nicht behandelt werden. Sollten Sie häufig tiefe oder sogar sehr tiefe Werte messen, empfehlen wir Ihnen trotzdem Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu informieren, um mögliche Messfehler auszuschliessen.

Weisskittelhypertonie – weshalb in der Arztpraxis gemessene Werte oft von den daheim gemessenen abweichen

Auch wenn bei der Blutdruckmessung alles richtig gemacht wird, weichen die Werte oft von denen ab, die die Ärztin oder der Arzt ermittelt. Dies liegt daran, dass der Blutdruck stets schwankt und von zahlreichen Faktoren, wie Nervosität, beeinflusst wird. Da die meisten zu Hause entspannter sind als in der Arztpraxis, fallen die dort gemessenen Werte häufig etwas höher aus. Dieses Phänomen wird auch als «Weisskittelhypertonie» bezeichnet. Allerdings kann auch das Gegenteil vorkommen. Fühlt sich jemand bei der Arztpraxis des Vertrauens besonders wohl und sicher, kann der Blutdruck stets niedriger ausfallen als zu Hause. In diesem Fall spricht man von einer «Praxis-Normotonie». In beiden Fällen hilft eine Langzeitblutdruckmessung, um sichere Ergebnisse zu erhalten.

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