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PC-Eigenbau: Bevor es losgeht – richtig planen, Ärger vermeiden

Sie möchten Ihren PC selbst bauen? Dieser Artikel hilft Ihnen dabei, Ihr PC-Eigenbau-Projekt richtig zu planen und unnötigen Ärger zu vermeiden.

Grundsatzfrage: PC-Eigenbau oder Komplettsystem?

Zunächst sollten Sie sich überlegen, ob sich der Eigenbau eines PCs für Sie überhaupt lohnt. Einen PC selbst zu bauen, ergibt Sinn, wenn man etwas Spezielles und Einzigartiges möchte und auch Spass an einem solchen Projekt hat. Ausserdem muss man auch genügend Zeit mitbringen: Selbst für versierte PC-Bauer kann es Wochen dauern, bis sie alle Komponenten organisiert haben. Im Gegensatz zu Komplettsystemen haben Sie beim Eigenbau-PC auch nur Garantie auf die einzelnen Komponenten, aber nicht das System als Ganzes. Wenn Ihr PC also nicht so läuft, wie er sollte, bleibt der Aufwand bei der Fehlersuche an Ihnen hängen. PC-Eigenbau ist etwas für Enthusiasten. Weder ein Komplettsystem noch ein massgefertigter PC können das Erfolgserlebnis ersetzen, sagen zu können, dass man den PC selber gebaut hat.

Wenn Ihnen ein PC-Eigenbau zu aufwendig ist, Sie aber trotzdem einen individuellen PC mit Garantie auf das ganze System haben möchten, gibt es noch einen weiteren Weg: die PC-Fertigung nach Auftrag

Der richtige PC für Ihren Zweck

Entschluss gefasst: Sie bauen den PC selbst? Sehr schön. Dann geht's jetzt in die Planung. Bevor Sie mit der Komponenten-Shoppingtour loslegen, sollten Sie sich überlegen, was Sie mit dem PC überhaupt tun möchten. Die Antwort auf diese Frage bestimmt, welchen Fokus Sie bei der Auswahl der Komponenten setzen müssen. Soll es ein Gaming-PC werden? Wenn ja, für welche Art von Spielen? Die neuesten VR-Titel oder gut optimierte Multiplayer-Spiele? Oder wird es vielleicht ein File-Server oder ein PC für Content-Creation? Wenn ja: welche Art von Content? Hier lohnt es sich definitiv, zuerst etwas Recherchearbeit zu betreiben und die Systemanforderungen der bevorzugten Software zu prüfen. Hier einige, grobe Richtlinien:

Welche Komponenten für welchen Einsatzzweck

Anwendungsbereich
Gaming
Content: Videos
3D-Modeling/Rendering
Fileserver
Prozessor
Prozessor mit starker Single-Thread-Leistung
Prozessor mit starker Multi-Thread-Leistung (viele Kerne / Threads)
Für CPU-Rendering:
"Allrounder": 3D-Modeling profitiert von Single-Core-Leistung, Rendering von Multi-Threading-Leistung
Für GPU-Rendering:
Fokus auf Single-Core-Leistung
Günstige CPU ausreichend; Fokus auf niedrigen Energieverbrauch
Grafikkarte
High-End für 4K-Gaming und VR; Mid-Range für Games bis WQHD
Entry bis Mid-Range (ca. 4 GB Grafikspeicher für Videos bis Full-HD, 6 GB oder mehr für Videos in 4K)
Je nach bevorzugter Software und deren Render-Art (CPU oder GPU); bei GPU-Rendering: Pro-GPU mit ISV-zertifizierten Treibern
CPU-integrierte Grafiklösung reicht aus
Arbeitsspeicher
16-32 GB (Dual- oder Quad-Channel)
Ca. 16 GB für Videos in Full-HD, 32 GB für Videos in 4K
16-32 GB (Dual- oder Quad-Channel)
Ausreichend für das gewählte Betriebssystem
Massenspeicher
M.2/PCIe-SSD für Betriebssystem; M.2/PCIe- oder SATA-SSD für Games und Programme
M.2/PCIe-SSD für Betriebssystem und zu bearbeitende Video-Files; HDDs oder NAS für ausgelagerte Video-Files und Backups
SSD für Software und zu bearbeitende Files, HDD für Asset-Datenbanken (abhängig von bevorzugter Software)
Langlebige HDDs oder SATA-SSDs (Enterprise-Grade); Gehäuse mit vielen Laufwerkschächten
Weiteres
Mainboard mit RAID-Unterstützung oder freiem PCIe-Slot für RAID-Karte

Die richtige Reihenfolge bei der Komponentenwahl

Es ist sinnvoll, die Komponenten in der richtigen Reihenfolge zu wählen, da oftmals eine Komponente die Kompatibilität bei der nächsten vorgibt. Es würde beispielsweise keinen Sinn ergeben, wenn Sie das Netzteil zuerst wählen, nur um dann festzustellen, dass es gar nicht genügend Leistung für den Rechner liefert. Ein PC-Eigenbau-Projekt beginnt normalerweise mit der Wahl des Prozessors und der Grafikkarte. Erstens sind dies die teuersten Komponenten, die den Grossteil des Budgets beanspruchen, und zweitens grenzen sie die Wahl der übrigen Komponenten erheblich ein.

Die Reihenfolge ist natürlich nicht in Stein gemeisselt und hängt auch von Ihren Prioritäten ab. Wenn Sie beispielsweise einen ultra-kompakten Gaming-PC mit SFF-Gehäuse bauen möchten, können Sie auch mit der Wahl des Gehäuses beginnen. In diesem Fall müssen Sie aber natürlich alle folgenden Komponenten so wählen, dass Sie ins Gehäuse passen – beispielsweise eine Grafikkarte mit Low-Profile-Blende oder geringerer Einbautiefe. Wichtig ist, dass Sie verstehen, wie die einzelnen Komponenten die Auswahl bei den anderen Komponenten einschränken. Mehr Details dazu erfahren Sie im Folgenden.

Prozessor

Der Prozessor ist im Grunde das "Hirn" des Computers und massgeblich dafür verantwortlich, wie gut und schnell der Rechner seine Aufgaben bewältigen kann.

Wählen Sie den Prozessor auf keinen Fall nur anhand der Taktrate. Ein Prozessor mit langsameren Taktraten aber mehr Kernen kann für bestimmte Aufgaben besser geeignet sein. Es gibt single-threading-intensive und multi-threading-intensive Anwendungen. Wenn ein Prozessorkern mehrere Threads (also Ketten von Befehlen) gleichzeitig bearbeiten kann, spricht man von Multi-Threading. Bei Single-Threading-basierten Anwendungen werden die Befehle in einer Software sequenziell, also Codezeile für Codezeile, ausgeführt. Multi-Threading verteilt die Instruktionen über mehrere, gleichzeitig ausgeführte Threads. Manche Anwendungen profitieren eher vom einen, andere vom anderen.

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Klassisches Beispiel für single-thread-intensive Anwendungen sind Games. Die Rechenlast wird hier primär von einem oder wenigen Prozessorkernen getragen. Beispiele für multi-thread-intensive Anwendungen sind Videorendering oder Kalkulationen an grossen Datensätzen. Beim Videorendering kann pro Thread ein Bild gerendert werden. Je mehr Threads der Prozessor hat, umso mehr Bilder kann er also gleichzeitig rendern, ws seine Arbeit natürlich beschleunigt. Ganz wichtig: Der Prozessor gibt vor, welche anderen Komponenten überhaupt kompatibel sind. Daher sollte er als erstes gewählt werden. Wenn Sie nicht vorhaben, eine dedizierte Grafikkarte zu verbauen, wählen Sie unbedingt einen Prozessor mit integrierter Grafiklösung.

Folgende Angaben sollten Sie sich notieren:

  • Welchen Sockel hat der Prozessor?
  • Welche Arbeitsspeichertypen unterstützt er (DDR3, DDR4, DDR5? Mit oder ohne ECC-Fehlerkorrektur?)?


Prozessorkühler

Wenn Sie sich für einen Prozessor entschieden haben, prüfen Sie im Datenblatt oder auf der Webseite des Prozessorherstellers, welchen Sockel er verwendet. Welche Kühler passen und welche nicht, ist vom Prozessorsockel abhängig.

Prozessoren erzeugen auf kleiner Fläche viel Hitze, die möglichst effektiv abgeleitet werden muss. Wenn ein Prozessor unzureichend gekühlt wird, muss er seine Taktrate senken, wodurch er an Leistung verliert ("Throttling"). Wenn er gut gekühlt ist, kann er seine Taktrate steigern ("Boosting") und über längere Zeit halten. Prozessorkühler gibt es als reine Passivkühlungen (reine Kühlkörper ohne Lüfter), als Kühler-Lüfter-Kombinationen (Kühlkörper mit Lüfter) und als Wasserkühlung.

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Wasserkühlungen haben beim Prozessor nur einen kleinen Kühlkörper. Die Wärme wird über eine Wasserleitung zu einem Radiator abgeführt, welcher seinerseits meistens über Lüfter verfügt. Man unterscheidet zwischen All-in-One-Kühlungen (AIO-Kühlung) und Custom Loops. AIO-Kühlungen sind Komplettlösungen, die man nicht selber zusammenbauen muss. Bei Custom Loops erwirbt man die Bestandteile einzeln und baut ein System speziell für den Rechner.

Grafikkarte

Ähnlich wie beim Prozessor ist die Wahl der passenden Grafikkarte abhängig von dem, was Sie mit Ihrem Rechner tun möchten. Für einen Gaming-PC wählen Sie wohl die stärkste Grafikkarte, die in Ihr Budget passt. Für professionelle CAD- und 3D -Anwendungen empfiehlt sich eher eine Workstation-Grafikkarte mit ISV-zertifizierten Treibern. Ausserdem sollte die Grafikkarte auch die passenden Videoanschlüsse für Ihr Monitor-Setup mitbringen.

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Was Sie sich hier notieren sollten, ist

  • Die Schnittstelle (Welchen Anschlusstyp benötigt die Grafikkarte auf dem Mainboard? z.B PCIe 3.0 x16, PCIe 4.0 x16 oder PCIe 5.0 x16)
  • Die Länge der Grafikkarte
  • Die Slot-Belegung (Single-, Dual- oder Triple-Slot), also wie viele Slot-Plätze die Grafikkarte benötigt
  • Die Höhe des Slot-Blechs (Full-Height für normale PC-Gehäuse, Low-Profile für schmale PC-Gehäuse)

Diese Angaben brauchen Sie später bei der Wahl des passenden Mainboards und des Gehäuses.

Mainboard

Das Mainboard (auch «Motherboard»), verbindet alle Komponenten. Daher wählt man es erst relativ spät. Es sollte natürlich den gleichen Sockel verwenden wie der Prozessor und die passende PCIe-Schnittstelle für die Grafikkarte liefern. Auch sollten Sie hier weitere Nachrüstungen nicht ausser Acht lassen: Wenn Sie besonders viele Laufwerke einbauen möchten, sollten Sie darauf achten, dass genügend M.2- oder SATA-Anschüsse vorhanden sind.

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Das Mainboard, respektive dessen Rückwand («Back Panel»), gibt auch vor, welche Anschlüsse Ihr PC an der Rückseite haben wird. Wenn Sie anstelle einer dedizierten Grafikkarte einen Prozessor mit integrierter Grafiklösung verwenden möchten, achten Sie darauf, dass auf dem Back Panel auch Videoausgänge vorhanden sind. Sollten Sie zusätzliche Erweiterungen benötigen, wählen Sie ein Mainboard mit zusätzlichen PCIe-Anschlüssen. Wer besonders viel Arbeitsspeicher benötigt, sollte darauf achten, dass genügend DIMM-Steckplätze vorhanden sind. Solche Spezialisierungen bedeuten aber meistens, dass Sie auch ein grösseres Mainboard brauchen.

Stichwort Grösse: Die Mainboards gibt es in verschiedenen, standardisierten Formfaktoren. Am verbreitetsten sind die Baugrössen ATX, Micro-ATX und Mini-ITX. Diese bestimmen auch, welche Gehäusegrösse Sie benötigen. Kompakte Desktop- und SFF-Gehäuse verwenden normalerweise Mini-ITX-Mainboards. Bei den verbreiteten Mini- und Mid-Tower sind es üblicherweise Mainboardgrössen bis Micro-ATX oder ATX.

Was Sie sich hier für die nächsten Schritte notieren sollten, ist

  • Die Bauform des Mainboards (Mini-ITX, Micro-ATX, ATX…)
  • Anzahl der Arbeitsspeichersteckplätze und deren Grösse (DIMM oder SO-DIMM)
  • Anschlüsse für Massenspeicher und Laufwerke (M.2- und SATA-Anschlüsse)


Arbeitsspeicher

Der Arbeitsspeicher (kurz RAM für «Random Access Memory») dient gewissermassen als "Kurzzeitgedächtnis" des Computers und bildet das Bindeglied zwischen Massenspeicher (SSD, HDD) und Prozessor.

Wenn Sie sich beim Prozessor notiert haben, welchen Arbeitsspeichertyp er benötigt (die geläufigsten sind DDR3, DDR4 und DDR5) und welche Arbeitsspeicher-Taktraten er unterstützt, haben Sie schon die wichtigsten Informationen. Jetzt müssen Sie nur noch die passende Arbeitsspeichergrösse (DIMM oder SO-DIMM) für die Arbeitsspeichersteckplätze Ihres Mainboards wählen. Wenn Sie einen Prozessor gewählt haben, welcher Zusatzfunktionen wie ECC (elektronische Fehlerkorrektur) unterstützt, können Sie das hier berücksichtigen. Ansonsten wählen Sie einfach normalen Non-ECC-/unbuffered Arbeitsspeicher.

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SO-DIMM-Arbeitsspeicher (links) und DIMM-Arbeitsspeicher (rechts)

Es empfiehlt sich grundsätzlich, Arbeitsspeichermodule in einer geraden Zahl (z.B. 2 oder 4 Stück) mit gleich grosser Speicherkapazität (z.B. 8 GB) und Taktrate (z.B. 3600 MHz) zu wählen. Man spricht dabei von der sogenannten Dual-Channel- oder Quad-Channel-Architektur. Diese beschleunigt die Datenübertragung zwischen Arbeitsspeicher und Prozessor.

Interne Laufwerke (Massenspeicher)

Jetzt braucht Ihr Rechner noch Platz für Ihre Programme und Dateien. Dafür benötigt er interne Laufwerke. Wichtig ist hierbei, den richtigen Speichertyp für die richtigen Daten zu verwenden. Dazu sollte man die Geschwindigkeiten von Speichermedien kennen. Detailliertere Erläuterungen finden Sie in unserem Beitrag zu den Speichertypen.

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Bei PCs werden dafür Festplatten (Harddisks, HDDs) und Solid-State-Disks (SSDs) verwendet. Festplatten sind langsamer als SSD, bieten aber viel Speicherplatz fürs Geld. Sie eignen sich gut für Dateien, bei denen hohe Lese- und Schreibgeschwindigkeit nicht so wichtig sind – beispielsweise Videos, Musik oder Fotos. SSDs sind deutlich schneller und damit das Speichermedium der Wahl für das Betriebssystem, Programme und grosse Dateien, an denen Sie arbeiten – beispielsweise Videos oder Bilder im RAW-Format, die Sie gerade editieren. Bei den SSDs muss man zwischen SATA- und PCIe-SSDs unterscheiden. SATA-SSDs sind rund 3- bis 5-mal so schnell wie HDDs. PCIe-SSDs sind wiederum, je nach PCIe-Standard, bis zu 13-mal so schnell wie SATA-SSDs.

Wenn Sie beim Mainboard darauf geachtet haben, dass Sie genügend Anschlussmöglichkeiten (SATA- oder M.2-Steckplätze) für Ihre internen Speichermedien haben, sollten Sie jetzt alles Nötige wissen, um die für Sie richtige Entscheidung zu treffen. Beachten Sie aber, dass es für Speichermedien unterschiedliche Bauformen gibt. Verbreitet sind 3.5", 2.5" und M.2. Festplatten (HDDs) kommen im 3.5"- und im 2.5"-Formfaktor. SATA-SSDs können den 2.5"- oder den M.2-Formfaktor haben. PCIe-SSDs kommen fast immer im M.2-Formfaktor. M.2-SSDs werden meistens direkt auf dem Mainboard verschraubt. Für 2.5"- und 3.5"-Laufwerke benötigen Sie hingegen entsprechende Laufwerkschächte im Gehäuse.

Gehäuse

Jetzt, wo Sie eine gute Vorstellung davon haben, was in Ihren PC alles reinpassen sollte, ist es an der Zeit, das passende Gehäuse zu wählen. PC-Gehäuse gibt es in etlichen Bauformen und Variationen – vom kompakten SFF-Gehäuse und Mini-Tower, die fast überall Platz finden, bis hin zum Big-Tower, der reichlich Platz für High-End-Systeme mit mehreren Grafikkarten oder etlichen Festplatten bietet. Grössere Gehäuse bieten auch einfacheren Zugang zu den Komponenten. Ausserdem lassen sie sich einfacher kühlen. Einen detaillierteren Überblick finden Sie hier.

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Das Gehäuse sollte den gewünschten Mainboard-Formfaktor (Micro-ATX, ATX, …) unterstützen, genügend Einbauschächte für Ihre 2.5"- oder 3.5"-Laufwerke bieten und Platz haben für die gewählte Grafikkarte, insbesondere in der Länge.

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Vor allem, wenn Sie beim Prozessor eine Wasserkühlung gewählt haben, sollten Sie darauf achten, dass deren Lüfterdimension und Radiatorgrösse mit dem Gehäuse kompatibel sind.

Gehäuselüfter

Ein gutes Lüfterkonzept ist sehr wichtig für die Stabilität des Systems und die Langlebigkeit der Komponenten. Viele Gehäuse kommen mit vorverbauten Lüftern, bieten aber auch die Möglichkeit, weitere Lüfter zu verbauen. Sie kommen in standardisierten Dimensionen (meistens 120 oder 140 mm).

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Der richtige Lüfter für den richtigen Ort: Luftstrom und Lagertypen

Es lohnt sich, nicht überall die gleiche Lüfterart zu verwenden. Es gibt Lüfter, die mehr statischen Druck erzeugen und solche, die für maximalen Luftstrom optimiert sind. Erstere eignen sich gut an Orten, wo der Luftstrom, beispielsweise durch einen Staubfilter, ausgebremst wird. Zweitere sind besser an Orten, wo sich die Luft frei bewegen kann – beispielsweise als Luftauslass an der Gehäuserückseite.

Ausserdem gibt es bei Lüftern verschiedene Lagertypen. Dazu gehören Gleitlager (Achse läuft in einer Schmierflüssigkeit) und Kugellager, aber auch neuere Entwicklungen wie MagLev (Magnetlevitation). Gleitlager-Lüfter sind die günstigsten Gehäuselüfter und ausserdem extrem leise. Da Schmierflüssigkeit aber nicht unbegrenzt haltbar ist, nimmt ihre Leistung mit der Zeit ab. Ausserdem eignen sich Gleitlager-Lüfter nicht sehr gut für die vertikale Montage, da sich hier die Schmierflüssigkeit unten ansammeln kann. Kugellager-Lüfter sind etwas teurer und lauter, aber langlebig und gleichermassen für die horizontale und vertikale Montage geeignet. MagLev-Lüfter sind teurer in der Anschaffung, dafür extrem langlebig und praktisch geräuschlos.

Aufpassen bei den Lüfteranschlüssen

Bei den Anschlüssen sind zwei Standards verbreitet: DC (3-Pin) und PWM (4-Pin). Bei DC-Lüftern wird die Drehzahl über die Spannung gesteuert, bei PWM mittels Pulsweitenmodulation. Bei PWM-Lüftern lässt sich die Drehzahl feiner steuern und sie haben eine tiefere Minimaldrehzahl. Anschliessen lassen sie sich aber so oder so: Sie können einen 3-Pin-Lüfter mit einem 4-Pin-Header des Mainboards verbinden und umgekehrt. Wird ein 4-Pin-PWM-Lüfter bei einem 3-Pin-Header angeschlossen, läuft er aber mit Maximaldrehzahl.

Netzteil

Jetzt, wo Sie wissen, aus welchen Komponenten Ihr PC bestehen wird, ist es Zeit, das richtige Netzteil zu wählen. Dazu brauchen Sie zwei Informationen: Welchen Formfaktor das Netzteil haben soll und wie viel Leistung der PC als Ganzes benötigt.

Der Formfaktor hängt vom Gehäuse ab. Im Datenblatt zu Ihrem Computergehäuse finden Sie die Grössen der unterstützten Netzteile. Weitere Details finden Sie in unserem Netzteil-Berater. Die meisten Tower-Computer verwenden den ATX-Standard, kleinere Gehäuse den SFX-Standard. Vor allem beim ATX-Standard gibt es aber eine Stolperfalle: ATX beschreibt nämlich nur die Breite und die Höhe des Netzteils. Prüfen Sie im Voraus, ob Ihr ATX-Netzteil auch von der Tiefe her ins Gehäuse passt.

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Von links nach rechts: Kabelstrang fix, teilmodular und vollmodular

Es gibt bei Computernetzteilen drei Arten von Kabelsträngen: fix, teilmodular und vollmodular (Details im oben verlinkten Berater). Wir empfehlen für die meisten Anwendungen ein vollmodulares Netzteil. Bei diesem können Sie genau die Kabel anschliessen, die Sie benötigen, um unnötigen Kabelsalat zu verhindern. Ausserdem können Sie es leichter für zukünftige PC-Eigenbau-Projekte verwenden.

Die benötigte Leistung hängt von allen anderen, stromverbrauchenden Komponenten ab. Dazu gibt es im Internet praktische Rechner, die Ihnen helfen, die passende Netzteil-Leistung zu bestimmen.

Online-Tools zum Auswählen der Komponenten

Wie Sie sehen, gibt es beim PC-Eigenbau einiges zu beachten. Glücklicherweise gibt es aber online sehr gute Hilfsmittel, die Ihnen helfen, Komponenten zu wählen, die zueinander passen. Allen voran empfehlen wir den PCPartPicker. Natürlich stehen auch wir Ihnen bei Fragen gerne zur Seite.

Checkliste

þ Prozessor

  • Passt der Sockel zum Mainboard und zum Prozessorkühler?
  • Unterstützte Arbeitsspeicher-Typen und Taktraten?

þ Prozessorkühler (Luftkühlung, Wasserkühlung)

  • Passt er zum Prozessorsockel?
  • Passt er ins Gehäuse?

þ Grafikkarte

  • Passt PCIe-Version zum Mainboard?
  • Passen Einbautiefe und Slotblech zum Gehäuse?

þ Mainboard

  • Hat es den richtigen Sockel für den Prozessor?
  • Passt der Formfaktor zum Gehäuse?
  • Hat es genügend SATA- und M.2-Anschlüsse für die Laufwerke?
  • Arbeitsspeicher-Steckplätze: Anzahl und Bauform?

þ Arbeitsspeicher

  • Passen Taktrate und DDR-Standard zum Prozessor?
  • Passt die Bauform zum Mainboard?

þ Massenspeicher (SSD, HDD)

  • 2.5" und 3.5": Genügend Laufwerkschächte im Gehäuse? Genügend SATA-Anschlüsse am Mainboard?
  • M.2: Passt der Schnittstellenstandard (PCIe, SATA) zum M.2-Anschluss des Mainboards? Genügend M.2-Steckplätze vorhanden?

þ Gehäuse

  • Platz für die Grafikkarte (Einbautiefe)?
  • Genügend Laufwerkschächte?
  • Unterstützt es den Formfaktor des Mainboards?
  • Platz für den Prozessorkühler bzw. den Wasserkühlungs-Radiator?

þ Gehäuselüfter

  • Lüfterformat passend zum Gehäuse?
  • Anschluss passend zum Mainboard?

þ Netzteil

  • Bauform passend zum Gehäuse?
  • Genügend Leistung für alle anderen Komponenten?

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Kommentare

en-ba
21.05.2023 20:04
Es ist nicht so schwer, seinen eigenen Rechner zu bauen. Die Teile sollten zumindest mit dem Mainboard übereinstimmen und die Stromspannung richtig setzen. Man muss auch nicht zu teure Hardware kaufen, um einen soliden, stabilen PC zu geniessen.

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